Hehlerware lagerte in Garage in der Nordstadt

Als Lager diente eine Garage in der Nordstadt. Dorthin sollen Profi-Diebe zwischen 2005 und 2008 regelmäßig gestohlene Werkzeuge gebracht haben. Drei mutmaßliche An- und Verkäufer der Hehlerware müssen sich seit Donnerstag vor dem Landgericht verantworten. Der Schaden liegt im sechsstelligen Euro-Bereich.

Dortmund. Dass die Verhandlung erst nach so vielen Jahren beginnen kann, hängt mit dem Envio-Prozess zusammen, der dieselbe Strafkammer schon seit 2012 beschäftigt. In Untersuchungshaft sitzen die mutmaßlichen Hehler deshalb auch schon lange nicht mehr. Was für eine Strafe sie im Falle einer Überführung zu erwarten haben, sollen sie in der kommenden Woche im Rahmen eines sogenannten Rechtsgespräches zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht erfahren.

Tatsache ist, dass über den Online-Account des 45-jährigen Hauptangeklagten aus Mengede unzählige Werkzeuge zum Verkauf angeboten wurden. Rasenmäher, Heckenscheren, Motorsägen, Bohrmaschinen und viele weitere Geräte, die - wie sich später herausstellte - gestohlen worden waren. Die Diebe hatten sich offenbar darauf spezialisiert, nachts geparkte Firmenfahrzeuge aufzubrechen und in Windeseile leer zu räumen.

Die Tatorte lagen nicht allein in Dortmund, sondern laut Anklage in ganz Nordrhein-Westfalen. Die Staatsanwaltschaft ist sogar davon überzeugt, dass es zumindest zur damaligen Zeit eine fest etablierte Szene im Ruhrgebiet gab, die schwunghaften Handel mit gestohlenem Profi-Werkzeug betrieb.

Martin Braunschweig