Hausbesetzer besetzen alte Kirche

Das hat es in Dortmund lange nicht mehr gegeben: Etwa 50 Personen haben in der Nordstadt ein leer stehendes Haus besetzt. Warum? Die Polizei ist zurzeit ratlos: "Die sprechen nicht mit uns." Jetzt steht fest: Eine junge Initiative hat Besonderes vor.

Dortmund. Aktualisierung 7.30 Uhr:

Teilnehmer einer Mahnwache berichten gegen 6 Uhr morgens, dass eine Initiative in der alten Kirche ein Stadtteilzentrum aufziehen will. Pläne dafür habe es bereits einmal gegeben. Doch die seien schnell wieder fallen gelassen worden, weil das Kirchengebäude marode sei.

Die Hausbesetzer sehen das anders und wollen die Substanz nutzen, um einen Treffpunkt für junge Leute herzurichten. Zunächst ist von einer Fahrradwerkstatt und einem Caf die Rede.Die Kirche, der Innenhof und weitere Gebäude, die zu der von der katholischen Kirche aufgegebenen Gemeinde gehören, bieten noch viel mehr Raum. Wie die Inititiative die Gebäude nutzen will, ist aktuell nicht bekannt.


"Es gibt genug Freiwillige"


Beschriftete Bettlaken hängen von der roten Ziegelsteinfassade hinab. Kaffeekannen stehen neben den in Decken und Schlafsäcken eingemümmelten Teilnehmern der Mahnwache, die auf der breiten Treppe und im Internet um Solidarität bitten. Die Situation ist sehr ruhig, die Motivation groß: "Es gibt genug Freiwillige", berichtet ein Aktivist über die Zukunft.


Durchfahrt verboten


Die Polizei hat die anfangs hohe Zahl der Einsatzkräfte inzwischen deutlich herunter gefahren. Aktuell sind zwei Streifenwagen vor Ort. Die kurze Enscheder Straße ist noch gesperrt. Es gilt "Durchfahrt verboten".


Bisher haben wir berichtet:
In der Nacht zu Samstag (23.8.) meldeten Anwohner der Polizei, dass mehrere Personen mit Taschenlampen die ehemalige Albertus-Magnus-Kirche an der Enscheder Straße betreten hätten. Laut Polizei haben die bis zu 50 Personen das Gebäude an der Enscheder Straße besetzt und sämtliche Türen verschlossen.


Zunächst gab es keine Information über die Aktion in der Nacht. Schließlich meldete eine Frau für die Nacht eine Mahnwache an. Titel: "Solidarität mit den Hausbesetzern der Alberts-Magnus-Kirche" Um 2.04 Uhr berichtete die Polizei: "Die Polizei ist mit starken Einsatzkräften vor Ort und schützt die angemeldete Mahnwache".


2007 gingen die Kerzen aus


Das Erzbistum Paderborn hatte in der katholischen Alberts-Magnus-Kirche vor sieben Jahren, am 19. August 2007, das Kerzenlicht für immer erloschen. An der heiligen Messe hatten damals 100 Gläubige teilgenommen. Zuvor hatte eine Kroatische Mission das schon damals markante und laut Erzbistum "marode" Gotteshaus genutzt.

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