Hartes Brot für Lebensmittelhändler

Die Kräne an der Baustelle fürs ECE Einkaufscenter  auf dem Thier Areal.
Die Kräne an der Baustelle fürs ECE Einkaufscenter auf dem Thier Areal.
Foto: WAZ FotoPool

Noch ist gut ein Jahr Zeit bis zum angekündigten Eröffnungstermin. Aber es sind auch schon etliche Monate vergangen, seitdem die Rewe Dortmund bestätigte, dass sie in der neuen ECE-Galerie auf dem Thier-Areal einen Supermarkt mit 1450 qm Fläche eröffnen will - und nach einem Händler sucht, der den Supermarkt führen soll. Doch die selbstständigen Rewe-Einzelhändler vor Ort scheuen ganz offensichtlich das Risiko.

Dennoch - und obwohl der Rewe Aufsichtsrat nach Informationen der WAZ dem Vorstand empfohlen hatte, den Mietvertrag nicht zu unterschreiben - ist Rewe-Vorstand Heinz-Bert Zander offensichtlich davon überzeugt, dass der Standort der richtige ist. Er hat den Mietvertrag unterschrieben. Vielleicht hätte es sonst die Edeka getan. In der Regel schließt ECE für derartige Objekte Mietverträge über 10 Jahre ab.

Beim Blick über die Stadtgrenzen wird die Zurückhaltung erklärbar, die die rund 150 Einzelhändler mit 450 Geschäften vor Ort hegen, die von der Rewe Großhandels-Genossenschaft Dortmund beliefert werden. Im Gespräch mit der WAZ räumt Kai Scholand, Rewe-Händler in Mülheim und seit Oktober 2009 auch im ECE-Center am Limbecker Platz in Essen, offen ein, dass er „nur wenn wir Glück haben mit einer schwarzen Null aus dem Geschäftsjahr kommen.“ Es gehe so nicht weiter. Die Rewe-Mutter müsse mit dem Vermietern verhandele, um Veränderungen zu erreichen, die ein gedeihliches Geschäft ermöglichen.

Auch Scholand hat rund 1500 qm Einzelhandelsfläche im Essener ECE-Center angemietet. „Das ist viel zu groß“, weiß Scholand heute: „Ein Supermarkt im Center macht immer noch Sinn. Davon bin ich nach wie vor überzeugt. Aber für mich macht das nur in einer abgespeckten Version und mit einem abgespeckten bzw. veränderten Sortiment Sinn. Mit dem kompletten Sortiment können wir hier nicht erfolgreich sein.“ Große Frische-Bedientheken (Wurst , Fleisch, Käse, Fisch) und große Obst-/Gemüsesortimente würden nicht so angenommen wie an „Normalstandorten“.

Die Parkgebühren schreckten ab, so Scholand. Auch in Dortmund werden Besucher der ECE-Galerie Parkgebühren zahlen müssen. In der Regel können Kunden, die Lebensmittelsupermärkte aufsuchen, gratis parken. Wenn in anderen Supermärkten gegen 13 Uhr das Tagesgeschäft überwiegend gelaufen sei, fange es im Center erst an und um Punkt 20 Uhr sei Schluss, auch wenn noch Kundenschlangen an den sieben Kassen stünden. Nicht um 9.30 oder 10 Uhr, sondern meisten um 7 oder 8 Uhr öffnen Supermärkte heutzutage. Die Frage der Öffnungszeiten ist für das Dortmunder Center noch offen.

Im Hammer Einkaufszentrum ist die Umsatzituation für den dortigen Lebensmittelhändler nach WAZ-Informationen ähnlich schwierig wie in Essen.

Natürlich hat die WAZ Heinz-Bert Zander um eine Stellungnahme gebeten. Doch er ist in Urlaub und kein anderer Rewe-Sprecher wollte etwas zum Thema sagen.

Etwas mehr als 50 Prozent der Flächen (32.000 qm inklusive Berlet-Haus) sind nach Auskunft von ECE in Dortmund bereits vermietet. Bei vergleichbaren Projekten hat es in der Vergangenheit durchaus deutlich höhere Vermietungsquoten (bis 85 Prozent) gegeben.

 
 

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