„Hamster-Affäre“ in Dortmund - Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Lehrerin abgewiesen

Eine Schülerin soll wegen ihres Hamsters aus der Schule gemobbt worden sein. Foto: Rottmann
Eine Schülerin soll wegen ihres Hamsters aus der Schule gemobbt worden sein. Foto: Rottmann
Foto: Ralf Rottmann
Vorläufiges Ende der „Hamster-Affäre“: Nach den Mobbing-Vorwürfen gegen eine Lehrerin an Dortmunds Johann-Gutenberg-Realschule hat die Bezirksregierung die Dienstaufsichtsbeschwerde eines Elternpaares gegen die Lehrerin zurückgewiesen. Dienstrechtlich sei der Fall erledigt, weitere Gespräche folgen.

Dortmund. Vorläufiges Ende der „Hamster-Affäre“: Die Bezirksregierung Arnsberg hat nach eigener Darstellung die Dienstaufsichtsbeschwerde eines Elternpaares gegen eine Lehrerin an der Johann-Gutenberg-Realschule in Dortmund sorgfältig geprüft und als unbegründet zurückgewiesen. Nach Angaben des Patenonkels des Mädchens soll eine Lehrerin das Kind regelrecht gemobbt haben, nachdem es seinen Hamster mit in die Schule gebracht hatte

Dienstrechtlich ist der Vorgang abgeschlossen, schreibt die Bezirksregierung in einer Mitteilung am Freitag. In pädagogischer Hinsicht sollen die Vorgänge jedoch noch einmal gründlich mit der beteiligten Lehrerin und dem Schulleiter aufgearbeitet werden.

„Der Lehrerin, gegen die sich die Beschwerde der Eltern gerichtet hat, kann in dienstrechtlicher Hinsicht kein Fehlverhalten vorgeworfen werden. Gleichwohl werden wir den gesamten Geschehensablauf aber noch einmal mit der Lehrkraft und der Schulleitung reflektieren und in pädagogischer Hinsicht bewerten“, betont Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann. Zu diesem Zweck werde die Schulabteilung der Bezirksregierung den Dialog mit der Schulleitung fortsetzen.

Der Vorfall an der Johann-Gutenberg-Realschule hatte im November 2011 für Aufregung gesorgt. Die Intention der Bezirksregierung sei gewesen, vermittelnd einzugreifen und neben den Interessen des Kindes und seiner Eltern auch den Standpunkt der Lehrerin sowie Tierschutzaspekte zu berücksichtigen. Alle Beteiligten seien diese Woche umfassend über das Ergebnis der Ermittlungen informiert worden.

Streit um Einmischung Bollermanns

Nach Darstellung des Patenonkels war das Mädchen, nachdem es seinen Hamster mit in die Schule gebracht hatte, gemobbt und alleine auf den knapp sieben Kilometer langen Heimweg geschickt worden. Regierungspräsident Bollermann hatte sich daraufhin für die Schülerin eingesetzt und war dafür von der Lehrergewerkschaft GEW öffentlich kritisiert worden, da die betroffene Lehrkraft vorher nicht befragt worden sei.

Auch hatten sich im Nachhinein die Schilderungen des Patenonkels nicht belegen lassen. Die Eltern von Mitschülern hatten sich zu Wort gemeldet und den Sachverhalt anders dargestellt. Ob die Lehrerin nun nach der für sie positiven Ermittlung eine öffentliche Entschuldigung bekommt, steht unterdessen auf einem anderen Blatt.