Haftstrafen für BVB-Fans wegen feigen Überfalls nach Derby gegen Schalke

Foto: Franz Luthe
Kurz vor dem Revierderby gegen Schalke hat das Schöffengericht zwei Anhänger aus der BVB-Ultra-Szene zwei Jahre und vier Monate in Haft geschickt. Sie hatten nach dem letzten Derby im Februar einen 23-Jährigen ohne Grund brutal zusammengetreten. Drei Mittäter blieben unbekannt.

Dortmund.. Ihr Angriff war feige und brutal. Er hätte jeden treffen können – und er offenbart, dass es einigen Anhängern aus der BVB-Ultra-Szene um nichts anderes geht als um Gewalt. Nach dem letzten Derby gegen Schalke am 4. Februar 2011 traten fünf aus der Szene auf einen wehrlosen Borussenfan ein, den sie für einen Schalker hielten. Zwei von ihnen müssen jetzt ins Gefängnis.

Zwei Jahre und vier Monate Haft wegen gefährlicher Körperverletzung: So lautete gestern, zwei Tage vor der Begegnung gegen Schalke, das Urteil des Schöffengerichtes unter Vorsitz von Amtsrichter Dr. Rolf Mattern für die 24 und 25 Jahre alten Ultra-Anhänger. Außerdem müssen sie zusammen 1600 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Gnadenlos auf das am Boden liegende Opfer eingetreten

Gnadenlos traten sie gegen 23 Uhr in der Tiefgarage Friedensplatz mit drei unbekannt gebliebenen Mittätern auf den am Boden liegenden Borussenfan ein. „Ich war im Stadion, wollte mein Auto abholen, als mich am Parkschein-Automat jemand ansprach“, erinnerte sich der 23-Jährige gestern. „Es hieß: Los, zeig deine Dauerkarte.“ Der junge Mann – Fan, aber ohne Dauertkarte – versuchte, in Richtung Ausgang zu flüchten. „Da standen andere Männer, einer stellte mir ein Bein. Dann wurde es um mich herum dunkel.“

„Mein Mandant ist kein Gewalttäter“

Jene „Dunkelheit“ erhellte eine Clique von vier jungen Leuten, die damals auch ihr Auto holen wollte. „Die waren zu fünft, traten immer wieder gegen den Kopf. Manche mit Anlauf, wie beim Fußball.“

Als die Täter die Clique erblickten, schrie jemand: „Los, abhauen.“ Unglaublich, was die Vier noch sahen: „Einer ging noch mal hin, stellte seinen Fuß auf den Kopf des Mannes.“ Der 23-Jährige erlitt eine Gehirnerschütterung, Prellungen und war zwei Wochen lang krank geschrieben.

„Wie im Rudel sind Sie über den wehrlosen Mann hergefallen, haben regelrecht auf ihm herumgetrampelt“, fand Staatsanwältin Susanne Jansen klare Worte. Die Version der Angeklagten: „Ich habe wohl einmal zugeschlagen, das tut mir leid“, so jener Ultra, der laut Verteidiger Jens Gunnar Cordes „kein Gewalttäter“ sei und daher eine Bewährungsstrafe verdient habe. Der andere will nur herumgestanden haben, für ihn forderte die Verteidigung Freispruch.

Ihre Mittäter wollten beide nicht kennen. Und wer nun „NS Paul“ sei, der nach der Tat zahlreichen SMS an einen der Angeklagten verschickte, sei ihnen wirklich ein Rätsel. Man möge daraus jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen, so Verteidiger Carsten Fock: „Mein Mandant sagt gerade, die Ultras nennen die Schalker Juden. Das ist da so üblich.“

 
 

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