Haftstrafe für zweifache Attacke mit Auto

Foto: WR/Franz Luthe
Drei Jahre und sechs Monate Haft verhängte das Schwurgericht für einen 26-Jährigen, der gleich zweimal seinen Kontrahenten mit dem Auto umgefahren hatte. Ursprünglich war die Staatsanwaltschaft von versuchtem Mord ausgegangen, doch eine Tötungsabsicht war dem Mann nicht nachzuweisen.

Dortmund.. Gleich zweimal hat ein 26-Jähriger am 14. Oktober 2011 in Dorstfeld aus Zorn Gas gegeben und seinen Kontrahenten „über den Haufen gefahren“, wie es der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer nannte. Dafür verhängte das Schwurgericht eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten.

Trotzdem durfte der Angeklagte nach Verbüßung von acht Monaten U-Haft gestern erst einmal nach Hause gehen: Der Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt, der Mann kann seine Strafe in den nächsten Wochen aus der Freiheit heraus antreten und hat gute Chancen, bald in den Offenen Vollzug zu kommen: Dann muss er nur zum Schlafen ins Gefängnis und kann tun, was er dem Opfer versprach: „Ich versuche alles, damit Du möglichst bald an dein Geld kommst.“ Der Angeklagte hatte sich bereit erklärt, 4300 Euro an das Opfer zu zahlen: Schmerzensgeld und Schadenersatz, unter anderem für Tierarztkosten: Schäferhund „Attila“ kam nämlich damals bei der Attacke auf sein Herrchen ebenfalls unter die Räder.

Scharmützel im Internet

Was am 14. Oktober 2011 vor dem Wettbüro in Dorstfeld geschah, daran sei das Opfer nicht ganz unschuldig, so waren sich der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer, Staatsanwalt Henner Kruse und Verteidiger Ulrich Bambor einig: Der Attacke vorausgegangen war ein verbales Scharmützel im Internet. Hier hatte sich das spätere Opfer über den Tod des besten Freundes des Angeklagten lustig gemacht.

Die Freunde des Toten verabredeten sich daraufhin mit dem Kontrahenten zur Aussprache in dem Wettbüro, zu dem der andere entgegen der Absprache mit Schäferhund „Attila“ und Pittbull „Rosie“ erschien. Der Ärger, so Staatsanwalt Henner Kruse, dass man nicht „Mann gegen Mann“ kämpfen konnte, sei bei den Freunden des Toten groß gewesen – und entlud sich bei dem Angeklagten draußen auf der Straße: Er setzte sich ins Auto und gab Gas.

Angeklagter muss lange auf seinen Führerschein verzichten

Der ursprünglich angeklagte versuchte Mord konnte dem Mann, der jetzt zweieinhalb Jahre seinen Führerschein abgeben muss, nicht nachgewiesen werden. Wohl aber gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr sowie gefährliche Körperverletzung.

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