Hafen will superschwere Frachten

Gerald Nill
Foto: Hans Blossey
Der Hafen Dortmund will ein Terminal für superschwere Lasten einrichten. Es werde immer schwerer, Güter mit 300 oder 400 Tonnen Gewicht auf der Straße zu befördern.

Dortmund. Die Planung des Trailer-Terminals, der so genannten KV-Anlage in Huckarde mit über 100 000 erwarteten Lkw-Abfertigungen, ist in vollem Gange, da schlägt die Hafen AG ein neues Kapitel auf: Sie will ein Schwergutterminal, damit superschwere Frachten mit einigen 100 Tonnen aus der Region nicht bis nach Duisburg über die Straße rollen müssen.

Gemeinsam mit dem beauftragten Fraunhofer Institut für Logistik legte die Hafen AG gestern die „Zukunftsstrategie“ vor. Die Zukunft orientiert sich im Wesentlichen an den Vorgaben der Vergangenheit. Kein Wohnen in der Nähe des Wassers und möglichst wenig Freizeit - diese Devise gab Vorstand Manfred Kossack vor. Der Hafen sei eine Trumpfkarte, die nicht verspielt werden dürfe. „Ikea wäre ohne die Hafenanbindung nicht nach Dortmund gekommen“, erinnerte Kossack.

„Vermeidung von Wohnen am Wasser und Freizeitwirtschaft im und am Dortmunder Hafen“

Für die Fraunhofer-Gesellschaft fasste Institutsleiter Prof. Dr. Uwe Clausen noch einmal zusammen, dass 160 Unternehmen mit rund 5000 Beschäftigten direkt von dem Umschlagplatz abhängen. Er empfiehlt der Politik die Marschroute des Hafens: „Vermeidung von Wohnen am Wasser und Freizeitwirtschaft im und am Dortmunder Hafen.“

Potenzial habe der Hafen durch die geplante KV-Anlage in Huckarde. Dort sollen Waren für einen Raum von Osteuropa bis zu den Alpen von der Straße auf die Schiene umgeschlagen werden.

Das Container-Terminal steht kurz vor der Auslastungsgrenze

Die Fläche der Westfalenhütte müsse durch einen Gleisanschluss an den Hafen angebunden bleiben, damit potenzielle Logistikfirmen nicht abgekoppelt werden. Das Container-Terminal steht mit 175 000 umgeschlagenen Einheiten im Jahr kurz vor der Auslastungsgrenze.

Deshalb will der Hafen jetzt noch einmal einen Vorstoß in Richtung Bahn AG vornehmen, um die letzte große Fläche in Hafennähe zu aktivieren: Die Gleisharfe der Bahn AG an der Westfaliastraße.

KV-Anlage soll im Herbst fertig werden

Nachdem von der Bahn mal Angebote kamen, mal der Preis nicht passte, dann wieder Absagen erfolgten, will der designierte Hafen-Chef Uwe Büscher nun Signale erhalten haben, dass die Bahn sich womöglich doch von Teilen der Fläche trennen könnte. Büscher: „Wir werden die Verhandlungen in Kürze wieder aufnehmen.“

Optimistisch bleibt Büscher, dass die KV-Anlage in Huckarde wie geplant im Herbst gebaut werden kann. Die kolportierte Zahl von 600 Einwendungen stimme nicht. Es seien „nur“ 485, überwiegend aus Deusen. Kossack sicherte zu, dass Lkw-Verkehr aus Deusen herausgehalten werden solle. Aber weitere neuralgische Punkte sind noch ungeklärt.