Händler am Ostenhellweg sind sich uneins

Haluka Maier-Borst
Was wird aus dem Ostenhellweg, wenn das ECE kommt? WR-Bild: Ralf Rottmann
Was wird aus dem Ostenhellweg, wenn das ECE kommt? WR-Bild: Ralf Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. Als „Geburtsstunde der Werbegemeinschaft Ostenhellweg“ bezeichnete Ludger Wilde, Leiter des Stadtplanungsamt, abschließend den Informationsabend am Montag zum ECE für die Immobilienbesitzer. Ob sich jedoch wirklich eine ähnlich schlagkräftige Gemeinschaft bilden wird wie im Falle des Boulevard Kampstraße, bleibt fraglich.

Nach einer Präsentation der städtebaulichen Konzepte durch Wilde und einer Einführung in die Thematik Werbegemeinschaft durch Axel Schroeder, der seine Erfahrung aus dem Projekt Boulevard Kampstraße zur Verfügung stellte, waren die beiden Initiatoren mit einer schweigenden Menge konfrontiert. Wo Diskussion über Konzepte und Ideen für den Ostenhellweg herrschen sollte, war lediglich Stille.

Erst Axel Vosschulte, Geschäftsführer des gleichnamigen Modehauses im Ostenhellweg konnte das Schweigen brechen: „Mich wundert es, dass hier alle so ruhig bleiben können. Ich bin nur Mieter, aber wenn hier nichts geschieht, dann haben wir bald hier Leerstand an Leerstand.“ Eine aufrüttelnde Aussage, der weitere folgten. Das ECE würde für Mietsenkungen sorgen und trotz C&A und TK Maxx sei der Ostenhellweg in dieser Form nicht überlebensfähig. Folglich sei es wichtig, Kunden aus dem Kaiserstraßenviertel in den Ostenhellweg zu ziehen und „die katastrophale Anbindung aus Pommesbude und Karussell“ zwischen Osten- und Westenhellweg zu verbessern, so Vosschulte weiter. In Christian Reissig, Besitzer der Hirschapotheke, fand Vosschulte schließlich einen Mitstreiter. Beide riefen dazu auf, die Vermietung an Filialisten kritisch zu sehen. Die würden zwar oft die höchste Miete zahlen, würden aber weder in Aktionen einer Werbegemeinschaft investieren, noch mit Sicherheit dem Ostenhellweg die Treue halten, wenn das ECE den Schwerpunkt nach Westen verlagere.

Nach und nach sprachen nun einige der eigentlichen Hauptakteure des Abends, die Besitzer bzw. ihre Vetreter, sich aus und beklagten vor allem eine mangelnde Initiative der Stadt:

Parkhaus am Ostwall

Die Pflasterung würde nur notdürftig mit Teer geflickt, es gebe keine Hinweise auf die U-Bahnhaltestelle Ostentor und auch die städtischenBaumaßnahmen an der Reinoldikirche kämen viel zu spät. Schließlich wurde sogar zur Verbesserung des Ostenhellweg vorgeschlagen, ein Parkhaus auf dem Gründstück des vielleicht bald abgerissenen Ostwallmuseums zu bauen. Ideen jedoch, wie man als Werbegemeinschaft für die Aufwertung des Standortes sorgen könne, blieben von Besitzerseite weiterhin rar.

Am Ende des Abends schlug Axel Schroeder vor, die erste Organisation einer Werbegemeinschaft zu leiten und bat auch vage Interessierte der anwesenden Besitzer ihre Visitenkarte da zu lassen. Seine Ausbeute waren sechs aus 18 möglichen.