Haben Nazis Dortmunder Antifaschisten bedroht?

Taxi Tom bei der Vorstellung seiner Aktion. WR-Foto: Franz Luthe
Taxi Tom bei der Vorstellung seiner Aktion. WR-Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund. Wollten Neonazis einen Dortmunder Antifaschisten mit Morddrohungen einschüchtern? Seit sich Thomas Müller alias „Taxi Tom“ gegen den Neonazi-Aufmarsch am 4. September einsetzt, wird er terrorisiert.

Erst wurde er mit anonymen Drohanrufen terrorisiert, denn stellten sich ihm zwei Neonazis in den Weg, drohten ihm erneut. Am Montag wurde er nachts mit einem Messer am Hals überfallen, ausgeraubt und mit äußerst eindeutigen Worten eingeschüchtert: „Wenn Du diese Aktion nicht beendest, machen wir Dich kalt!“: Thomas Müller alias „Taxi Tom“. Er ist Initiator einer Aktion im Westpark, die sich gegen den geplanten Neonazi-Aufmarsch am 4. September richtet. Mit Bratpfannen und Kochlöffeln möchte er mit möglichst vielen Bürgern den Neonazis deutlich machen: „Wir wollen euch nicht.“

Montag, gegen 2 Uhr, an der Leostraße, in Höhe der Einmündung Domänenstraße in Hörde. „Ich bin ein Nachtmensch, wollte noch ein bisschen spazieren gehen und war auf dem Weg zu meinem Auto“, schildert der 49-Jährige die dramatische Sekunden.

Anonyme Anrufe und ein Überfall

Urplötzlich hätten ihn zwei Vermummte von seinem Wagen weggerissen, ihm ein Messer an den Hals gedrückt und ihn bedroht. Die beiden recht muskulösen Männer waren mit Sturmhauben maskiert, sprachen Deutsch mit ostdeutschem Akzent. „Der eine trug eine graue Bomberjacke und schwarze Stiefel“, so das 49-jährige Opfer. „Und er trug eine silberne Kette mit Hakenkreuz in einem Kreis.“ Der andere Täter trug ebenfalls eine Bomberjacke, eine Camouflage-Hose. Auffällig bei dem Täter war eine Tätowierung im Bereich zwischen Ring und Zeigefinger: drei auf die Haut tätowierte Punkte. „Vom Fluchtwagen hab ich nur gesehen, dass er das Kennzeichen MH hatte und es ein alter, weißer Passat war.“

Für Müller steht fest: „Das war ein in Auftrag gegebener Überfall“, um ihn weiter einzuschüchtern, ihn von seinem Vorhaben, die Aktion im Westpark durchzuführen, abzubringen. „Doch da hänge ich mit Herzblut dran“, erklärte er. „Daran halte ich auf jeden Fall fest. „ Er werde nun vorsichtiger sein. Die Polizei ermittelt. Dass man auch einen politisch motivierten Überfall nicht ausschließt, zeigt die Tatsache, dass der Staatsschutz ermittelt.

Neonazi-Aufmarsch unter Auflagen genehmigt

Derweilen ist offiziell, was eigentlich allen Beteiligten klar war: Der Neonazi-Aufmarsch ist unter Auflagen genehmigt worden. Nachdem die Gerichte 2009 das durch Polizeipräsident Hans Schulze verhängte Verbot noch einen Tag vor dem Aufmarsch gekippt hatten, wurden in diesem Jahr Auflagen verhängt. Welche, dazu schweigt die Polizei ebenso wie zu der Route.Derweil ist die Anzahl der Gegenveranstaltung auf 42 angewachsen - und das stadtweit aus den verschiedensten antifaschistischen und gesellschaftlichen Gruppierungen.

 
 

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