Gutes Material lockt Mieter in die Nordstadt

Foto: Knut Vahlensieck
„Der beste Mieter ist nicht der, der am meisten verdient“, ist Christian Schmitt überzeugt. Der beste Mieter sei vor allem ein netter Mensch glaubt der Geschäftsführer der Julius Ewald Schmitt Wohnungsgesellschaft.

Dortmund.. „Der beste Mieter ist nicht der, der am meisten verdient“, ist Christian Schmitt überzeugt. Der beste Mieter sei vor allem ein netter Mensch. Der Geschäftsführer der Julius Ewald Schmitt Wohnungsgesellschaft vermietet 810 Wohnungen in Dortmund – 200 davon liegen in der Nordstadt.

In diesem Stadtteil lässt sich Schmitt etwas mehr Zeit bei der Auswahl seiner Mieter, Zeit für ein Gespräch – dann aber fände er auch „gute Leute“. Und: „Wenn man etwas Gutes anbietet, dann lohnt sich das auch“, ist er überzeugt. Deshalb investiert die Wohnungsgesellschaft zurzeit in ihren Bestand, und übernimmt Häuser in der Nachbarschaft um sie vor dem Verfall zu bewahren.

Christian Schmitt lebt selbst in der Nordstadt – in einem seiner 25 Häuser im Schüchtermanncarré, zwischen Mallinckrodt- und Bornstraße. Obwohl er selbst sagt, die Ecke sei „der Brennpunkt des Brennpunktes“. Aber: Er fühlt sich wohl dort und bemüht sich stattdessen lieber darum, dass der Stadtteil sich entwickelt. „Wir fühlen uns dem Norden besonders verbunden“, sagt er über sein Unternehmen. Denn das Schüchtermanncarré ist Familiensache: Es wurde von seinem Urgroßvater zwischen 1905 und 1911 gebaut. Heute gehören immer noch alle Häuser dem Familienunternehmen, bis auf ein einziges – „das aber einen sehr netten Eigentümer hat“, versichert Schmitt.

Immer mehr Leute, die gezielt in Nordstadt ziehen

In dem Carré leben ansonsten viele sehr unterschiedliche Mieter – verschiedene Nationalitäten, Berufe, Einkommen. „Es gibt seit ein paar Jahren immer mehr Leute, die gezielt in die Nordstadt ziehen“, hat Schmitt festgestellt. Einerseits gebe es Menschen, die nichts wie weg wollten, andererseits Menschen, die genau dort wohnen wollten. „Es ist erstaunlich wie unterschiedlich der Stadtteil wahrgenommen wird“, findet Schmitt.

Für das positive Bild setzt sich der Immobilienbesitzer ein. Zum Beispiel indem er in seinem Wohnblock den Hof mit großem Spielplatz ausgestattet hat. Eine der Wohnungen hat er ausgebaut und stellt sie kostenfrei der Kinderlachen Kinderstube zur Verfügung. Eine weitere Wohnung hat Schmitt einem freien Mitarbeiter bereitgestellt, der im Gegenzug eine Fahrradwerkstatt für die Kinder anbietet. Auch die Fachhochschule nutzt kostengünstig ein Ladenlokal im Haus für Kunstprojekte. Darüber hinaus unterstützt er das Quartiersmanagement, hat den Preis „Engel der Nordstadt“ initiiert, setzt sich auch für das benachbarte Brunnenstraßenviertel ein. „Es macht einfach Spaß, dazu beizutragen, dass sich ein Stadtteil entwickelt.“

Ehemaliges Sparkassengebäude wird saniert

Was er für die Kinder im Haus geschaffen hat, kann er von seiner Dachterrasse aus sehen: Wenn im Sommer im Hof mehr als 50 Mädchen und Jungen toben freut sich Schmitt darüber, „was sich dort an guter Nachbarschaft entwickelt hat“. Damit es noch schöner wird, werden zurzeit auf einer Häuserseite neue Balkone angebaut. Außerdem wird der Hof fit gemacht für den Sommer. Von außen soll die Fassade farblich neu gestaltet und mit Licht in Szene gesetzt werden – das wertet auch das Straßenbild auf.

Zudem hat die Wohnungsgesellschaft das benachbarte ehemalige Sparkassengebäude gekauft und renoviert zurzeit kräftig. Ehemals waren dort Pflegewohnplätze geplant, allerdings gab es Probleme mit der Finanzierung. Nun entstehen dort 20 Wohnungen, 18 sind bereits saniert – acht davon waren innerhalb von drei Wochen vermietet. „Wir verwenden gutes Material, zum Beispiel Echtholz für den Boden“, sagt Schmitt. Während andere nicht glaubten mit Qualität und entsprechenden Mietkosten in der Nordstadt punkten zu können, beweist Schmitt das Gegenteil.

Probleme mit unzuverlässigen Mietern hat Schmitt nur sehr selten. „Es kommt alle fünf Jahre mal vor, dass wir wegen eines Mietnomaden eine Wohnung räumen müssen.“ Neben der Wohnqualität gehört eben auch das Gespür für den Menschen dazu. „Man muss sich mit den Leuten beschäftigen.“

 
 

EURE FAVORITEN