Grundstücksübergabe für DFB-Fußballmuseum in Dortmund verzögert sich

Anna Hückelheim
Das neue Fußballmuseum am Dortmunder Hauptbahnhof soll Ende 2014 fertig sein.
Das neue Fußballmuseum am Dortmunder Hauptbahnhof soll Ende 2014 fertig sein.
Foto: Ralf Rottmann
Noch befindet sich das Gelände des geplanten DFB-Fußballmuseums am ehemaligen Busbahnhof von Dortmund in städtischer Hand. Der Zeitplan sei jedoch nicht gefährdet, sagen die Verantwortlichen. Die Stadt ist für den Ernstfall möglicher hoher Verluste nicht abgesichert.

Dortmund. Eigentlich sollte das Grundstück für das DFB-Museum schon am 1. April an die gleichnamige Stiftung übergeben werden. Doch noch befindet es sich in städtischer Hand. Der Erbbaurechtsvertrag, durch den die Stadt der Stiftung das Recht einräumt, das Filet-Grundstück am Königswall zu nutzen, ist noch nicht unterschrieben und muss zudem zuvor dem Rat vorgelegt werden. Der ist aber seit zwei Wochen nicht mehr im Amt.

Eine Verzögerung im Spielablauf soll es trotzdem nicht geben, so Stadtsprecherin Dagmar Papajewski. Denn „notwendige Beschlüsse kann der Landesbeauftragte Harald Heinze fassen.“

Grundstücksvorbereitung könnte bis Juni oder Juli dauern

Die Vermutung Michael Keßelers, einer der Geschäftsführer der Museums-Stiftung, dass der Vertrag wohl zeitnah vorgelegt wird, könnte sich also bewahrheiten. Doch selbst dann muss die Stiftung noch abwarten, bis die Stadt die Baufeldfreimachung abgeschlossen hat. Momentan laufen noch Leitungen durch das Grundstück, die entfernt werden müssen, sagt Keßeler. Er glaubt, dass die Vorbereitungsmaßnahmen noch bis Juni oder Juli dauern könnten. Man sei aber weiterhin im Zeitplan.

Anfang September oder Oktober will die Stiftung dann mit den eigenen Baumaßnahmen beginnen und etwa die Baugrube ausheben lassen. Den Bauantrag dafür hat Keßeler schon vergangenen Freitag eingereicht. Die Stadt ist währenddessen auf der Suche nach Sponsoren. Denn laut Vereinbarung steuert sie zum Projekt neben dem ehemaligen Busbahnhof-Gelände 300.000 Euro an Sponsorengelder hinzu. Wie weit fortgeschritten die Suche ist und wer sich bislang beteiligt, wollte die Stadt jedoch nicht preisgeben.

300.000 Besucher werden pro Jahr erwartet

Die Eröffnung des Fußball-Museums ist für Ende 2014 anvisiert. Keßeler: „Ich bin optimistisch, dass das klappt.“ Das Projekt ist aus seiner Sicht ein Highlight für die Region über die Grenzen von Dortmund hinaus. 300.000 Besucher pro Jahr werden erwartet und der Geschäftsführer ist zuversichtlich, dass man die anvisierte Zahl auch erreichen werde. Handelt es sich doch um „ein attraktives Konzept“.

Aber trotz der Zuversicht Keßelers hat der DFB seine Beteiligung an möglichen Verlusten auf 250.000 Euro begrenzt. Die Stadt Dortmund, die sich im Normalfall die Museumsdefizite mit dem DFB je zur Hälfte teilt, allerdings nicht.

Zur Frage, warum sich die Stadt nicht wie sein Partner auch für den Ernstfall abgesichert habe, konnte Stadtsprecherin Papajewski keine Auskunft geben. Die Antwort sei Inhalt einer nicht-öffentlichen Sitzung.