„Grünen-Bashing“ im Dortmunder Rathaus

Die Dortmunder Grünen-Politiker und Sprecher der Ratsfraktion Ingrid Reuter und Mario Krüger wettern gegen die SPD. Bild: Helmuth Voßgraff/WAZ-Fotopool
Die Dortmunder Grünen-Politiker und Sprecher der Ratsfraktion Ingrid Reuter und Mario Krüger wettern gegen die SPD. Bild: Helmuth Voßgraff/WAZ-Fotopool
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Dortmunds Grüne blasen zum Halali auf die SPD: Nach dem Jahresrückblick der Genossen, die kein gutes Haar am einstigen Bündnispartner gelassen hatte, wirft die Umweltpartei ihrem politischen Gegner jetzt eine Koalition mit der CDU vor.

Der Fehdehandschuh liegt auf dem Tisch. Mal wieder. Denn der „Jahresrückblick“ des Dortmunder SPD-Dreigestirns Sierau-Drabig-Prüsse (WAZ berichtete) ruft die Grünen auf den Plan. Sie sind sauer. Weil die Genossen gelinde gesagt kein gutes Haar am ehemaligen Bündnispartner ließen, trommelte die Fraktionsspitze der Umweltpartei nun ihrerseits die Dortmunder Polit-Journalie zusammen und bläst zum Halali auf die Spitzengenossen. Wie man im Folgenden erkennen kann, sind die aus der Friedensbewegung hervorgegangenen Grünen ebenfalls im Abfeuern von Breitseiten geübt.

„SPD und CDU in einer großen Koalition“

„Wir müssen festhalten: SPD und CDU agieren mit verteilten Rollen in einer faktisch vorhandenen großen Koalition“, sagt der grüne Fraktionschef Mario Krüger und widerspricht damit klipp und klar seinem Gegenüber von der SPD, Ernst Prüsse. Der wird bekanntlich nicht müde zu behaupten, trotz gemeinsam erfolgter Abstimmungen mit der CDU gebe es kein schwarz-rotes Bündnis im Rat. Falsch, sagt Krüger. Alle Big Points wie Haushalt, Personal und Steag hätten SPD und CDU zusammen durchgeboxt. Die von Prüsse als Gegenbeweis ins Feld geführten Ratsentscheide alternativer politischer Färbung seien dagegen nur Kleinigkeiten gewesen.

Vor diesem Hintergrund sei das von Oberbürgermeister Ullrich Sierau zum Prinzip erhobene Regieren mit wechselnden Mehrheiten doch „völliger Quatsch“, wettert Krüger weiter „Ich bin irritiert über die Wahrnehmung der Sozialdemokraten.“

Krüger wirft der SPD „Grünen-Bashing“ vor

Offensichtlich betreibe die SPD „Grünen-Bashing“, umschreibt Krüger mit einem Begriff aus der Jugendsprache die seiner Ansicht nach rüden Umgangsformen. Für die Zukunft der grünen Dezernenten Waltraud Bonekamp und Wilhelm Steitz sieht Krüger schwarz: „Sobald einer einen größeren Fehler macht, wird das Kesseltreiben eröffnet“, ist sich der Fraktionschef sicher. „Wir erleben jetzt schon, wie der Oberbürgermeister in Ratssitzungen abfällig über die beiden spricht.“

Auch für Krügers Fraktionssprecher-Kollegin Ingrid Reuter ist das Verhalten der Obergenossen nicht nachvollziehbar. Reuter vermutet, dass die SPD wieder ihren alten Einfluss zurückgewinnen wolle, der den tatsächlichen Machtverhältnissen im Rat aber nicht mehr entspreche. Speziell mit Blick auf die rot-grüne Landesregierung sei die Situation paradox. Krüger: „Die Dortmunder SPD ist in ihrem eigenen Landesverband völlig außen vor.“

 
 

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