Grüne fühlen sich in Sachen Mielitz übergangen

Nadine Albach

Dortmund. Der Rat sei ignoriert worden, kritisieren die Grünen in Dortmund, Kulturdezernent Jörg Stüdemann habe mit Opernintendantin Christine Mielitz die vorzeitige Auflösung ihres Vertrags im Alleingang vereinbart. Die Kommunalpolitiker wollen über mögliche Abfindungsregelungen informiert werden.

Der vorzeitige Weggang von Opernintendantin Christine Mielitz zum Ende des Kulturhauptstadtjahres 2010 sorgt für Empörung: Vom „Ignorieren des Rates” und einem „Alleingang” seitens Kulturdezernent Jörg Stüdemann sprechen die Grünen. Ein Vertragsende mitten in der Spielzeit hält Jürgen Brunsing, kulturpolitischer Sprecher der Grünen, für „die schlechteste aller Lösungen”: Die künstlerische Kontinuität des Musiktheaters sei so gefährdet. Brunsing schlägt entweder eine Übergangslösung wie bei Schauspieldirektor Michael Gruner mit einem Werkvertrag vor - oder einen Verbleib von Mielitz bis zum Ende der Saison 2010/11.

Politik übergangen?

Prinzipiell hätte Stüdemann laut Brunsing jedoch erst die Politik konsultieren müssen, bevor er die Öffentlichkeit informiert: „Wir fühlen uns übergangen.” Zumal Brunsing im Vertrag keine Klausel finde, die eine vorzeitige Auflösung ermögliche. „Das läuft auf eine Nebenvereinbarung hinaus. Und davon hat Stüdemann den Rat nicht in Kenntnis gesetzt.” Die Grünen fordern nun, über Vereinbarungen und eine mögliche Abfindungsregelung in Kenntnis gesetzt zu werden.

Auch mögliche Pläne, Torsten Mosgraber, Direktor des „Klangvokal”-Festivals, zum Interimsintendanten der Oper zu machen, lassen Brunsing aufhorchen: Er setzt sich gegen diese Option zur Wehr - Mosgraber sei nicht der geeignete Kandidat.

Zum Hintergrund: Am Freitag hatte Christine Mielitz erklärt, im Einvernehmen mit Kulturdezernent Stüdemann verlasse sie Dortmund schon Ende 2010, obwohl ihr Vertrag noch bis 2012 laufe - um sich der Regiearbeit zu widmen.