Grüne fordern Alternativen zum B1-Tunnel - CDU ist für die neuen Pläne

Der Stau auf der B1 soll im Tunnel verschwinden. Die Grünen fordern Alternativen. Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool
Der Stau auf der B1 soll im Tunnel verschwinden. Die Grünen fordern Alternativen. Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool
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Auf großes Unverständnis stößt bei den Grünen die Haltung der Stadt Dortmund, die Pläne für eine Untertunnelung der B1 erneut voranzutreiben. Angesichts der langen Planungsphase solle die Stadt lieber auf alternative Verkehrskonzepte setzen. Die CDU befürwortet dagegen die Pläne.

Dortmund. Wie berichtet, müsen die Beteiligten Stadt, Land und Bund bei Null anfangen. Der erste Versuch war bekanntlich vor dem OLG Münster gescheitert. Anwohner hatten gegen die Planung der Ausfahrt Semerteichstraße geklagt. Auf zehn Jahre Planung taxiert Baudezernent Lürwer nun die nächste Planungsphase. Eine Zeitachse, die auch die Grünen für realistisch halten. Den Auftakt muss nun ein neues Verkehrsgutachten machen.

„Gerade vor dem Hintergrund eines Zeithorizontes bis weit über das Jahr 2020 hinaus, sollten sich Stadt, Land und Bund ernsthaft fragen, ob es nicht an der Zeit ist, die Investitionen in der Verkehrsplanung auf Alternativen zum Auto- und zum Lkw-Verkehr zu lenken. Eine drastische CO2-Reduzierung kann nur erreicht werden, wenn auch der motorisierte Verkehr eingeschränkt wird, bzw. energieeffizientere Mobilitätskonzepte um Tragen kommen“, kommentiert Mario Krüger von den Grünen die neuen Anstrengungen.

Anwohner schützen

Birgit Pohlmann, Mitglied im Planungsausschuss, ergänzt: „Viel wichtiger als das Festhalten an überholten Plänen ist der dauerhafte Schutz von Anwohnern an der B 1 vor Abgasen und Lärm.“ Die grünen haben wiederholt verlangt, dass der Durchgangsverkehr konsequent auf die Autobahnringe A 1 und A 2 umgeleitet werden. Wie Pohlmann ausführt, haben SPD und CDU haben noch im vergangenen Jahr einen entsprechenden Antrag abgelehnt, ein ganztägiges Lkw-Fahrverbot für den Durchgangsverkehr auf der innerstädtischen B1 durchzusetzen.

Mario Krüger abschließend: „Warum sich Oberbürgermeister Sierau vehement für einen Anschluss der Semerteichstraße an die B1 einsetzt, ist nicht nachvollziehbar. Es geht nicht nur um die Kläger, mit denen er einen Interessenausgleich erzielen will, sondern um den weiteren unnötigen Ausbau einer Straße, die Wohngebiete erheblich in Mitleidenschaft ziehen würde.“

CDU kritistert Grüne

Die CDU-Fraktion unterstützt die Planungen der Stadt, für den B1-Tunnel neues Planrecht zu schaffen, ausdrücklich. Baudezernent Martin Lürwer setze damit die eindeutige Beschlusslage des Rates um, wonach die Untertunnelung nach wie vor höchste Priorität genieße.

Thomas Pisula, planungspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion, kritisiert jedoch jüngste Veröffentlichungen der Grünen, die den Tunnel ablehnen und stattdessen von „energieeffizienten Mobilitätskonzepten schwadronieren“ würden. Nach wie vor sei die B1 mit über 80.000 Fahrzeugen pro Tag eine der meist befahrenen Straßen Deutschlands. „Der Tunnel muss daher so schnell als möglich realisiert werden, um die Anwohnerinnen und Anwohner rechts und links der B1 zu entlasten, auch wenn es realistischerweise noch bis zum Jahr 2020 dauern wird, bis die Bagger endlich rollen“, so Pisula.

Vier oder sechs Fahrspuren prüfen

Ergebnisoffen prüfen möchte die CDU-Fraktion, ob der etwa 250 Mio. Euro teure Tunnel vier oder sechs Fahrstreifen erhalten wird und ob ein unterirdischer Anschluss der Semerteichstraße verkehrstechnisch sinnvoll ist oder nicht. Pisula verweist damit auf Hinweise des Bundesrechnungshofes, der in der Vergangenheit bemängelt hatte, dass es alternative Varianten der Tunnellösung nicht Gegenstand der Debatte waren.

Pisula weiter: „ Einen definitiven Verzicht auf den Anschluss der Semerteichstraße, wie von den Grünen seit Jahren gefordert, wird es mit der CDU-Fraktion nicht geben. Wir werden das Ergebnis einer neuerlichen Verkehrsuntersuchung sorgfältig abwägen und uns dann entscheiden, ob wir an einem Anschluss der Semerteichstraße bis zum Defdahl festhalten oder nicht, um möglichst viel Verkehr unter die Erde zu bekommen.“