Grün ist beliebter als Schwarz-Gelb

Tag der Vereine vor der Reinoldikirche unter dem Motto „ 200 jahre Grün in Dortmund“. Foto: Knut Vahlensieck
Tag der Vereine vor der Reinoldikirche unter dem Motto „ 200 jahre Grün in Dortmund“. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.. Mit Gästen aus Politik und Wirtschaft fährt OB Ullrich Sierau schon mal auf den Florian, für die Vogelperspektive auf Dortmund. Dabei fragten sich viele, wo die Stadt geblieben sei. „Die sagen dann: ‚Hier ist doch überall nur Grün!“, beendet der OB seine sicher etwas ausgeschmückte Anekdote beim Vereinstag „200 Jahre Grün in Dortmund“ am Samstag.

Mit der im Juni auslaufenden Initiative Dortmunder Parks, Phoenixsee und Emscher Landschaftspark ist um Dortmunds grüne Lungen tatsächlich viel passiert und laut einer städtischen Umfrage sind die Grünflächen den Dortmundern sogar wichtiger als der BVB. Doch was kommt nach der seit Donnerstag geltenden Haushaltssperre?

Dazu kann und will der OB vor der Infostand-Kulisse der sieben Vereine von Agricola bis NABU nichts Konkretes sagen. Stattdessen gibt Sierau zu verstehen: Im Gegensatz zu Essen oder Oberhausen sei man eigenverantwortlich in die Sperre gegangen und habe mehr Gestaltungsspielraum. „Das will ich nutzen, um von bisher häufig künstlicher Aufmachung zu mehr Renaturierung und ökologischer Nutzung der Grünflächen zu kommen“, so der OB. Dies gehe wie auch die Energiewende nur im Schulterschluss mit dem Ehrenamt.

Das Bewusstsein dafür ist offenbar auch in der Bevölkerung angekommen, wovon unter anderem der einstige Vogelschutzverein NABU profitiert. „Lustiger weise seit Fukushima nochmal verstärkt, obwohl Energie gar nicht unser Schwerpunkt ist“, sagt der Dortmunder Vorsitzende Erich Kretzschmar. Das zeige aber, dass ein ganzheitliches Naturschutzkonzept immer wichtiger werde, für Dortmund konkret, wenn es etwa um die Umnutzung ehemaliger Zechen und Halden gehe.

„Deshalb ist der regelmäßige Tag der grünen Vereine Dortmund seit 2008 so wichtig“, sagt Eberhard Hoffmann, Vorstandsmitglied der „Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Rombergpark e.V.“. „Im Verbund können wir dank Informationsbreite etwas bewegen, statt nach der öffentlichen Hand zu rufen.“ Zusätzlich hilft frischer Wind – zum Beispiel von der Schreberjugend Dortmund. Heute integrieren die Tanzgruppen unter Leitung von Ingrid Surmann bei Folklore und Streetdance sogar die Zuschauer. „Durch Kooperationen mit den Gartenfreunden kommen wir nebenbei auch zu mehr subtilem Bewusstsein der Kinder für Natur und Ökologie“, sagt Surmann. Für das nächste Jahr ist ein großes Ökologie-Projekt angedacht.

 
 

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