Gewalt gegen Polizei und Feuerwehr Dortmund nimmt zu

Foto: ddp
Weniger Respekt, mehr Übergriffe – so fasst die Gewerkschaft der Polizei die Entwicklung zusammen, unter der der Streifendienst am meisten zu leiden hat. Die Feuerwehr setzt auf Deeskalationstraining.

Dortmund. Eigentlich sind sie Ordnungshüter oder Retter in der Not. Doch manchmal geraten sie selbst in brenzlige Situationen – Polizisten, Sanitäter, Feuerwehrleute.

Landesweiter Trend zunehmender Gewalt

Zwar gibt es keine offiziellen Zahlen. Doch der landesweite Trend zunehmender Gewalt gegenüber Polizeibeamten geht auch an Dortmund nicht vorbei. „Das ist schon seit Jahren so“, sagt Peter Bauch-Schmid, Personalratsmitglied der Dortmunder Polizeidirektion und Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Dortmund, im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Die Übergriffe nehmen zu, aber auch die Respektlosigkeit uns gegenüber“, sagt Bauch-Schmidt, der selbst in der Wache Nord im aktiven Streifendienst tätig ist. Die Bandbreite der Attacken reichten vom kleinen Schubser bis zu gezielten Angriffen mit Feuerwerkskörpern. Belastend für die Beamten sind neben direkten körperlichen Attacken aber auch die indirekte Gewalt durch Beleidigungen und abfällige Bemerkungen.

Unfallmeldungen bei der Feuerwehr sind selten

Dabei sind es nicht einmal die besonders geschulten Mitglieder der Einsatzhundertschaften oder die Ermittler der Kripo, die der Gewalt im besonderen Maße ausgesetzt sind. 85 Prozent aller Übergriffe gegen Beamte ereignen sich im normalen Streifendienst, nur zehn Prozent sind es bei Großeinsätzen. Bauch-Schmidt: „Die Streife ist der gefährlichste Dienst schlechthin, weil die Kollegen immer die ersten am Einsatzort sind.“

Auch bei der Feuerwehr und dem Rettungsdienst der Stadt Dortmund ist Gewalt ein Thema. „Doch im Rettungsdienst ist sie anders zu bewerten als bei der Polizei“, gibt Dirk Thomas zu bedenken, stellvertretender Rettungsdienstleiter. Denn Patienten, deren Wahrnehmung durch Drogen- und Alkoholkonsum gestört ist, verletzen Einsatzkräfte oft ungewollt bei Verteidigungs- und Abwehrbewegungen.

Gewalt gegen Feuerwehrleute und Sanitäter die Ausnahme

So ist Gewalt gegen Feuerwehrleute und Sanitäter in Dortmund eher die Ausnahme als die Regel. 2011 wurde nur ein Fall der Polizei gemeldet, nachdem ein Feuerwehrmann nach einem Übergriff bei einem Einsatz ambulant behandelt werden musste. Doch „verbale Gewalt kann durchaus öfter vorkommen“, räumt Oliver Nestler ein, Leiter der Einsatzabteilung.

Mit solchen Situationen wissen die betroffenen Einsatzkräfte aber entsprechend umzugehen. Eine Unfallmeldung werde in der Regel nur geschrieben, so Thomas, wenn jemand oder etwas zu Schaden gekommen ist.

Neues Meldeverfahren nach Übergriffen

Doch trotz der gegen Null tendierenden Anzahl weitergeleiteter Angriffe gibt es seit Anfang 2012 ein neues Meldeverfahren. Neben der polizeilichen Unfallmeldung haben Mitarbeiter nun die Möglichkeit, ein Gewalterlebnis im Dienst per Meldebogen mitzuteilen.

Die somit von der Feuerwehr erfassten Daten sollen helfen, zu erkennen, ob neben einem Deeskalationstraining weitere Maßnahmen nötig sind. „In anderen Städten ist das Thema Gewalt gegen Rettungskräfte sehr präsent“, sagt Nestler, „da haben wir uns gefragt, ob wir wirklich die Ausnahme oder ob die Fälle nicht dokumentiert worden sind. Daher wollen wir jetzt genauer hinschauen.“

 
 

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