Geschäfts-Abzocke per Fax

Trickbetrüger verschicken Faxe mit Branchenbucheintragungen mit geringen Verfälschungen und kassieren, wenn die angesprochenen Unternehmen auf die Faxe mit Änderungseintragungen antworten.
Trickbetrüger verschicken Faxe mit Branchenbucheintragungen mit geringen Verfälschungen und kassieren, wenn die angesprochenen Unternehmen auf die Faxe mit Änderungseintragungen antworten.
Foto: WR/Franz Luthe
Für rund 1000 Euro verkaufen betrügerische Anbieter unechte und somit wertlose Einträge in Branchenbücher. Die Spur führt nach Istanbul und Eichstätt - ein Privatmann soll sich mit dieser Masche bereits vor Jahren bereichert haben.

Dortmund. Brancheneinträge sind praktisch. Noch besser, wenn sie kostenlos sind. Das suggerieren einige unseriöse Anbieter per Fax, die sie unaufgefordert an Dortmunder Büros versenden. In großen Lettern irreführend als lokales Branchenbuch oder Örtliche-Branchen-Auskunft überschrieben, fordern die Absender auf, das Angebot, den Eintrag/Korrekturabzug zu überprüfen und bei Änderungen zurückzusenden. Folge: Ein Drei-Jahres-Abo für 1190 oder 960 Euro für einen Eintrag in einem Online-Branchenbuch, das es nicht gibt oder absolut wertlos ist.

Zur Zeit aktiv sind die KM Datenverarbeitung („oertliche-branchen-auskunft.net) aus Eichstätt und die Intermedia AG Ltd. aus Istanbul („diegewerbeseiten.com“). Die sendet gleich ein „Erinnerungsschreiben“, denn „der Gratiseintrag wurde bereits von uns kostenlos für Sie eingetragen. Bitte lesen Sie die Angaben sorgfältig durch. Korrigieren bzw. ergänzen Sie fehlerhafte Angaben und faxen uns diese zurück“. Natürlich waren Fehler eingebaut, aber auch winzig klein gedruckte juristische Vertragsbedingungen: Einmal unterschrieben und zurückgesandt, geht’s dann ans Eingemachte.

Nichts Handhabbares

Recherchiert man im Netz, führt die Istanbuler Adresse zu einem virtuellen Büroanbieter, kein Name, nichts Handhabbares. Unter der Eichstätter Adresse firmiert ein Privatmann, der schon unter anderem Firmennamen die gleiche Masche abgezogen hat. Glaubt man juristischen Blogs, sind gegen ihn schon Verfahren anhängig.

Die Dortmunder Industrie- und Handelskammer rät: Aufmerksam lesen. Das sei aber in der Hektik des Alltags nicht immer leistbar, weiß IHK-Justiziar Jost Leuchtenberg, besonders bei unerfahrenen Existenzgründern. Wer auf diese „arglistische Täuschung“ hereingefallen ist, sollte sich aber von den folgenden Mahnungen, Drohungen und Inkassoschreiben nicht bluffen lassen und – auf keinen Fall zahlen. 99 Prozent der Eintreiber mieden ein Gerichtsverfahren.

 
 

EURE FAVORITEN