Gericht kippt Straßenstrich-Verbot für Dortmund

Gaby Kolle
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Gibt es in Dortmund bald wieder einen Straßenstrich? Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat am Montag das Verbot der Straßenprostitution für das gesamte Dortmunder Stadtgebiet aufgehoben — und mögliche Lösungen für die Standortfrage aufgezeigt.

Dortmund. Wird Dortmund den Straßenstrich auf mehrere Standorte verteilen und auf bestimmte Uhrzeiten beschränken? Diese Möglichkeit hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen in seiner schriftlichen Urteilsbegründung zum Straßenstrich aufgezeigt.

Die Richter hatten zwar nach der Klage der Prostituierten Dany K. die Schließung des Straßenstrichs als rechtmäßig bestätigt — aber das Verbot der Straßenprostitution fürs gesamte Stadtgebiet hoben die Richter auf. Der Strich an der Ravensberger Straße/Nordstadt war im Mai 2011 von der Stadt geschlossen worden.

Stadt hat auf Urteil noch nicht reagiert

Die Richter bezweifeln, dass es in ganz Dortmund keinen passenden Ort für Straßenprostitution gibt — keinen Standort, an dem Jugendschutz und öffentlicher Anstand nicht gefährdet würden.

Nordstadt-SpezialDas Standort-Argument der Stadt sei selbst dann nicht nachvollziehbar, wenn so viele Prostituierte wie zuletzt an der Ravensberger Straße dort arbeiten würden. Im Winter standen bis zu 70 Huren gleichzeitig am Strich. Zu Spitzenzeiten im Sommer waren es sogar 120 Frauen.

Wie die Stadt auf die Urteilsbegründung reagiert, war am Montag nicht in Erfahrung zu bringen.