Gericht kippt Auflagen für Dortmunder Hooligan-Demo

Peter Bandermann
Standkundgebung oder Aufmarsch? Darüber entscheidet das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.
Standkundgebung oder Aufmarsch? Darüber entscheidet das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.
Foto: Bandermann
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat am Mittwoch entschieden, dass Hooligans in der Dortmunder Innenstadt marschieren dürfen.

Dortmund. Laut der Dortmunder Polizei hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen die Auflagen aufgehoben. Nach dem jetzigen Stand dürfen die Hooligans am Samstag marschieren, die Polizei hatte sich für eine Standkundgebung ausgesprochen. Die Polizei prüft nun das Urteil - und ob sie in die nächste Instanz geht.

Polizeipräsident Gregor Lange zum Urteil: "Der Beschluss ist für uns nicht hilfreich. Wir prüfen die Argumente des Gerichts und entscheiden, ob wir beim Oberverwaltungsgericht Beschwerde einlegen."

"Konkrete Gefahrenprognose"

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange hatte seine Auflagen mit einer "konkreten Gefahrenprognose" begründet. Die Demonstration einer "gewaltsuchenden Hooliganszene" und von Rechtsextremisten sei "nicht verantwortbar". Im Interesse der öffentlichen Sicherheit ordnete die Polizei per Auflagenbescheid eine "Standkundgebung" an. Die Hooligans sollten sich also nicht mit einem Aufmarsch durch die Innenstadtbezirke in Szene setzen können, was weniger attraktiv wäre und die Teilnehmerzahl nach unten drücken würde. Angekündigt hatte der Hooligan und Rechtsextremist aus Bremen 300 Teilnehmer. Die Polizei rechnet mit deutlich mehr Hooligans - und Gegenprotest.

Bei einem Aufmarsch muss die Polizei auch Hauptverkehrsstraßen, die in die Innenstadt führen, sperren. Auch der öffentliche Nahverkehr dürfte beeinträchtigt sein. Die Polizei bereitet also einen Großeinsatz vor.

Ein Sprecher der Polizei in Magdeburg sagt, dass eine Demonstration des Vereins "Gemeinsam stark Deutschland" zuletzt "friedlich verlaufen sei.