Gekonnt, aber kontrolliert

Esther Ofarim im Konzerthaus Dortmund. Foto: Christoph Giese
Esther Ofarim im Konzerthaus Dortmund. Foto: Christoph Giese
Foto: Christoph Giese

Eine Wundertüte ist ein Auf-tritt mit Esther Ofarim nicht, vielmehr ist er eine vorhersehbare Reise durch die Welt der Musik. Durch ganz unterschiedliche Musik, die bei der in diesem Sommer 70 Jahre alt werdenden Sängerin aus der Nähe von Nazareth aber zumeist in ähnlicher Ausdrucksform vorgetragen wird.

Mit ihrem Sopran kann Es-ther Ofarim traditionelle hebräische Lieder, Lennon/McCartneys Weglauflied „She’s leaving home“ oder Leonard Cohens melancholi-sches „Bird on a wire“ schön kolorieren und mit (natürlich wohldosierter) Dramatik versehen – tiefere emotionale Ausschläge verleiht sie den Stücken meistens nicht. Ihre Stimme ist eine der subtilen Zwischentöne und kein Transportband für spannungsgeladene Ausgelassenheit.

Esther Ofarim ist eben die feingeistige Geschichtener-zählerin in gleich mehreren Sprachen. Und wickelt das zahlreiche, am Ende überaus enthusiastische und sich da-mit drei Zugaben erklatschende Publikum mit Intensität und nicht mit überbordender Energie um den Finger. Wie sie das zarte Schlaflied „Layla Layla“ singt, Kurt Weills Lied vom Surabaya-Johnny viel Leben einhaucht oder sich in Noël Cowards „Mad about the boy“ mit Herzblut reinkniet, das macht ihre Gesangskunst aus.

Pianist Yoni Rechter, mit dem die seit den 60-ern so erfolgreiche zierliche Frau mit den roten Haaren schon Jahrzehnte zusammenarbeitet, Geiger Michail Paweletz, Gi-tarrist Bernard Fichtner und Bassist Micha Kaplan agieren im Quartett, wie das ganze Konzert verlief: gekonnt, geschmeidig, aber sehr kon-trolliert.

Der zwischendurch ein we-nig monotone Puls der ein-schließlich Zugaben gut 90 Minuten im Konzerthaus war spürbar. Den Zuhörern war das egal, sie freuten sich vielmehr über den alten Hit „Cinderella Rockefella“ am Schluss, den Esther Ofarim schon in den 1960ern Jahren mit Ex-Partner Abi Ofarim gesungen hat.

 
 

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