Gegner reichen vier Klagen gegen längere Flugzeiten ein

Vier Mitglieder der Schutzgemeinschaft Fluglärm haben jetzt Klage gegen die verlängerten Betriebszeiten am Dortmunder Flughafen eingereicht. In drei Wochen soll ein Antrag auf ein Eilverfahren folgen - wir erklären die Hintergründe.

Dortmund/unna. Die langjährige Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Ursula Wirtz bestätigte die Einreichung der Klagen. Sie gehört zu den vier Klägern, die das Oberverwaltungsgericht angerufen haben, um die Genehmigung der Bezirksregierung Münster überprüfen zu lassen. Die Schutzgemeinschaft selbst kann nicht klagen, unterstüzt aber die einzelnen Kläger. Zwei kommen aus Dortmund und zwei aus Unna.

"Rechnen mit Erfolg"

Die mündliche Begründung der Klage erfolgt Mitte August. Wirtz: "Wir rechnen uns gute Chancen aus."
Die Beschwerdeführer werden gegen das Planungsrecht argumentieren. Hintergrund sind die zusätzlichen Lärmbelastungen durch die erweiterten Flugzeiten. Seit Juni dürfen in Dortmund Flugzeuge bis 23 Uhr starten und sogar bis 23.30 Uhr landen. Bis zur Entscheidung in einem möglichen Eilverfahren werde ein Jahr vergehen, schätzt die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft. Das Hauptverfahren könne erfahrungsgemäß zwei bis fünf Jahre dauern. "Wir hoffen das nicht." Eine schnelle Entscheidung liege im gegenseitigen Interesse, so Wirtz.

Auch Stadt Unna klagt

Auch die Stadt Unna lehnt die neuen längeren Flugzeiten am Dortmunder Flughafen ab. Unna will mit der Klage die Nachtruhe seiner Bürger schützen. Die werde durch die Verlängerung der Betriebszeiten zu stark eingeschränkt.
Daran ändern auch die Pläne im NRW-Umweltministerium nichts, den Lärmschutz am Flughafen für fünf Millionen Euro zu verbessern.

Sämtliche Klagen haben übrigens keine aufschiebende Wirkung - die Betriebszeiten bleiben vorerst verlängert.

Gaby Kolle