Gedenkstein für NSU-Opfer Mehmet Kubasik

Das NSU-Terrortrio Beate Zschaepe (v. l. ), Uwe Boehnhardt und Uwe Mundlos hat Mehmet Kubasik auf dem Gewissen.
Das NSU-Terrortrio Beate Zschaepe (v. l. ), Uwe Boehnhardt und Uwe Mundlos hat Mehmet Kubasik auf dem Gewissen.
Foto: dapd
Die Stadt Dortmund hat am Montag einen Gedenkstein für den im Jahr 2006 von der rechtsextremen Terrorgruppierung NSU ermordeten Mehmet Kubasik enthüllt. Kubasik war in seinem Kiosk an der Mallinckrodtstraße erschossen worden.

Dortmund.. Am 4. April 2006 wurde der Dortmunder Bürger Mehmet Kubasik von rechtsextremen Gewalttätern in seinem Kiosk an der Mallinckrodtstraße 190 heimtückisch ermordet. Er war eins von zehn unschuldigen Opfern einer ganzen Serie von Morden, die sich durch sieben deutsche Städte zog. Erst Jahre später stellte sich heraus, dass es sich bei der Mordserie um die Taten einer rechtsextremen Terrorgruppe handelte.

Zur Erinnerung an Mehmet Kubasik wurde am Montag vor dem Haus, in dem er vor sechs Jahren den Tod fand, ein Gedenkstein enthüllt. In Anwesenheit der Hinterbliebenen und zahlreicher Gäste sprachen Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Bezirksbürgermeister Siegfried Böcker.

„Dortmund ist eine bunte, tolerante und weltoffene Stadt – und gegen Rechtsextremismus! Die Vielfalt der Menschen dieser Stadt, ihre unterschiedliche Herkunft, ihre verschiedenen Kulturen und Lebensentwürfe, daraus ziehen wir unsere Stärke. Der Mord an Mehmet Kubasik richtet sich deshalb gegen uns alle“, betonte Sierau. „Als Oberbürgermeister der Stadt Dortmund setze ich mich für Toleranz und Vielfalt ein“, fuhr Sierau fort.

Entschlossen gegen Rechtsextremismus

Die Stadt Dortmund gehe entschlossen gegen Rechtsextremismus vor, in enger Vernetzung mit wichtigen gesellschaftlichen Gruppierungen, der Polizei und engagierten Dortmunder Bürgerinnen und Bürgern. Dabei habe man viele Erfolge erzielt. „Das Verbot der Autonomen Nationalisten in Dortmund, gefolgt von der Zerschlagung ihrer Strukturen, ist ein großer Sieg der Demokratie über ihre Feinde", so Sierau.

Die für die Dortmunder Nordstadt zuständige Bezirksvertretung hatte am 28.03.2012 beschlossen, mit einer Bodentafel an Mehmet Kubasik als Opfer rechtsextremer Gewalt zu erinnern. Bezirksbürgermeister Siegfried Böcker: „Diese schreckliche Tat ist mitten in der Nordstadt geschehen, mitten unter uns. Mehmet Kubasik war einer von uns.“ Die Bezirksvertretung Innenstadt Nord beziehe eindeutig Stellung gegen Rechtsextremismus. Dazu gehöre die uneingeschränkte Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt. „Mit dem Gedenkstein bewahren wir Mehmet Kubasik ein ehrendes Andenken. Die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord hat eine dauerhafte Patenschaft zur Pflege dieses Ortes übernommen“.

Der Gedenkstein ist 50 x 50 cm groß, 10 cm stark und besteht aus an der Oberfläche poliertem Granit. Er trägt die eingravierte, dunkel unterlegte Inschrift:

Zum Gedenken an
Mehmet Kubasik


Ermordet
am 4. April 2006 durch
rechtsextreme Gewalttäter

 
 

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