Gastronomen aus Liebe und Leidenschaft

Lukas Tarabczynski (rechts) und Alexander Erdmann werden an der Hakortstraße ein neues Restaurant eröffnen. Foto: Michael Printz)
Lukas Tarabczynski (rechts) und Alexander Erdmann werden an der Hakortstraße ein neues Restaurant eröffnen. Foto: Michael Printz)
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Dortmund. Totgesagte leben länger. Galt vor kurzem noch ein Abgesang auf Dortmunds kulinarisches Angebot , wagen jetzt immer mehr Köche und Gastronomen eine Neubelebung der Szene. So auch Alexander Erdmann und Lukas Tarabczynski.

Mit dem kleinen Restaurant “Die Küche – neue (Ess) Klasse“ in der Harkortstraße 16 erfüllen sich Alexander Erdmann und Lukas Tarabczynski, beide 30 Jahre alt, einen Traum. Und anscheinend nicht nur den eigenen. „Wir haben viele Freunde und Kunden, die uns und unsere Arbeit aus der Dimberger Glocke und von Dieckmanns kennen und die uns ständig gefragt haben, wann macht Ihr endlich was Eigenes?“, erzählt Lukas Tarabczynski. Das mussten sie dann auch, denn sie fühlten sich „ausgebremst“ in ihrem bisherigen Tun. Das habe die Preisgestaltung genauso getroffen wie die Auswahl der Weine.

„Wir wollen in erster Linie Gastgeber sein“, benennt Lukas Tarabczynski ihr gemeinsames Ziel. Nicht nur Kaufleute. Denn, „man kann auch gut leben, wenn man Leute nicht so ver...“, kritisiert er die mangelnde Kundenwertschätzung einiger Kollegen. Der Ärger steckt noch drin. „Wir sind beide Gastronomen aus Leidenschaft und Liebe“, sagt der Branchenfachmann mit Inbrunst. Und das wollen sie nun umsetzen, sowohl in der Küche als auch bei der Gestaltung ihres zweistöckigen Restaurants. „Die Gäste sollen denken, ‘oh, hier ist es gemütlicher als in meinem Wohnzimmer’“.

Showküche à la Mälzer

Seit drei Monaten arbeiten die beiden schon daran. Optisch soll es eine Mischung aus Lounge und ‘leichtem Herrenzimmer’ werden. Transparenz ist das Stichwort. Das gilt auch für die Küche. Denn im Erdgeschoss „laufen die Gäste direkt auf eine „Showküche à la Mälzer“ zu, nur nicht so industriemäßig“. Eher mit dem Gefühl: „Ihr könnt es so auch zu Hause machen“. Ohnehin, so Tarabczynski, werden die Gäste in der ‘Küche’ ganz nah am Geschehen und an den Gastgebern sein, „an Alexander und mir“.

Und während Alexander unten unter modernen Aspekten die „gute deutsche Küche“ auf feine Weise und mit frischen Zutaten, auch aus ökologischem Anbau, wiederbeleben wird, manchmal spontan nach den Wünschen seiner Gäste, übernimmt Partner Lukas die Beratung im Restaurant. Dort können die Freunde von u.a. Blutwurst, Sauerbraten und dünnen Rumpsteaks zwischen 18 fein eingedeckten Sitzplätzen oder 14 lockeren Plätzen an Stehtischen wählen. Denn, so Lukas, es sind auch Besucher willkommen, die einfach nur auf ein Bier im Stößchen und eine Kleinigkeit vorbeikommen wollen oder in der Vinakothek stöbern möchten. Die wird es nämlich auch geben. Ohnehin habe man ein etwas anderes Weinkonzept: Das Korkgeld. Was es genau damit auf sich hat, das wird Gastgeber Lukas seinen Gästen ganz bestimmt gerne erklären.

Projekt aus Leidenschaft

Dass es ein Projekt aus Leidenschaft ist, haben die beiden jungen Männer schon am Anfang der Umsetzung gezeigt: Die Banken haben nicht mitgespielt, erzählt Lukas, und verweist auf lokale Interessenlagen. Daraufhin hätten er und sein Geschäftspartner ihr gesamtes Geld zusammengekratzt, ihre heiß geliebten Fahrzeuge verkauft und viel Eigenleistung investiert. Unterstützung erhielten und erhalten sie von Alt-Küchenmeister Jürgen Greinus, der große Stücke auf die beiden hält, die er noch aus seinen Zeiten bei der Dimberger Glocke kennt. Und bei denen er das ein oder andere Mal auch am Kochtopf stehen wird.

Warum das Projekt „Die Küche – Neue (Ess) Klasse“ klappen wird? Da ist Lukas ganz selbstbewusst. „Wir wissen, was wir leisten können“, ist die Antwort. „Und Alexander ist der beste Koch, den ich kenne“. Davon kann man sich ab nächsten Freitag (14.) selbst überzeugen, denn da eröffnen die beiden Gastgeber ihr „kleines Restaurant“, ab 18 Uhr im Rahmen einer kleine Feier. Für alle.