FZW-Vertrag kein Problem, das Booking aber schon

Die Band Polarkreis 18 ist im Gespräch für 2011 im FZW.
Die Band Polarkreis 18 ist im Gespräch für 2011 im FZW.
Foto: NRZ

Dortmund.. FZW und kein Ende: Vertrag verhandelt, Klage kein Problem, Booking aber schon – sagen die Akteure. Die Gespräche zwischen der Stadt und panUrama, dem zukünftigen Betreiber des FZW, sind auch kein Kinderspiel gewesen. Sofern der Rat am 18. November zustimmt, wollen aber die Betreiber Till Hoppe und Thomas Pieper mit dem FZW durchstarten.

Vor einer Klage anderer Interessenten habe Kulturdezernent Jörg Stüdemann keine Sorge, sagt er. Sorgen bereitet den Betreibern aber, dass sie noch immer keine Auftritte im FZW fest verbuchen können. Gleichwohl habe man schon Optionen auf Auftritte in der Schublade und Gespräche geführt, etwa mit den Bands Juli, Polarkreis 18 oder Materia. Auch ein Comedy-Programm sei angedacht.

Ob die AWC AG, die sich auch um das FZW beworben hatte, gegen die Stadt klagen will (wir berichteten), steht noch nicht fest – der Verantwortliche Ulrich Schmerer war nicht erreichbar. Kulturdezernent Jörg Stüdemann aber macht sich keine Sorgen: „Da es kein Vergabeverfahren gegeben hat, gibt es auch kein Vergabeverfahren anzufechten.“ Vielmehr habe die Stadt „Interessenbekundungen“ gesammelt und mit der panUrama GmbH dem „vernünftigsten Angebot“ den Zuschlag erteilt.

Vertrag ist unterschriftsreif

Der Vertrag mit panUrama sei seit Donnerstagabend fertig, die Beschlussvorlage für den Rat am 18. November „geschrieben und rechtssicher“. Da es im FZW einige vertragliche Bindungen gegeben habe, seien Nachverhandlungen in Sachen Licht- und Tonanlage sowie Biereinkauf nötig gewesen. PanUrama sei über das Programm für 2011 im Gespräch mit „den Akteuren, die bisher am Haus tätig waren“. Dass die Planung zeitlich knapp würde, sei allen klar gewesen.

Während der Kulturdezernent die Details wohl bewusst offen lässt, redet Thomas Pieper von panUrama nicht lange um den heißen Brei herum. Ja, die Licht- und Tonanlage müsse in einer Art Mietkauf von panUrama geschultert werden und komme als Kostenfaktor oben drauf. Ja, das Thema Booking für 2011 „ist ein dramatisches Problem, das gelöst werden muss“. Die Zeit dränge: „Wir sitzen auch auf heißen Kohlen.“ Pieper zur Kritik an fehlender Booking-Erfahrung: „Wir sind doch nicht blöd - wir haben uns Kompetenz ins Boot geholt.“

Nicht nur Oktoberfeste veranstaltet

Einer der von Stüdemann genannten „lokalen Akteure“ sei kein anderer als Volker May, der als „freier Booker“ mit an den Start gehen soll. Thomas Pieper verwehrt sich gegen die Darstellung, er sei nur ein Veranstalter von Oktoberfesten. „Ich bin einer von acht Veranstaltern des Oktoberfestes“, sagt Pieper. Aber er sei noch viel mehr: Er habe maßgeblich die HipHop-Szene in NRW und die der elektronischen Musik mit aufgebaut. Er habe schon ‘zig Konzerte veranstaltet und 200 bis 300 Events jährlich.“ Ihn nur als Oktoberfest-Veranstalter hinzustellen, werde der Tatsache nicht gerecht, dass er mit DJs in aller Welt zusammenarbeite und „seit über 20 Jahren hochwertige Gastronomie“ anbiete.

Zurück zum Buchungsproblem 2011. Pieper ist froh, dass die Verträge stehen. Denn erst wenn der Rat seinen Segen gibt, könnten Nägel mit Köpfen gemacht werden. Schon jetzt habe man Optionen, sei im Gespräch mit „Juli“, „Polarkreis 18“ und „Materia“ - keine kleinen Hausnummern. Denkbar auch: ein Comedy-Programm.

 

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