FZW: Noch kein Konzert für 2011

Das FZW steht weiter in der Kritik. Foto: Ralf Rottmann
Das FZW steht weiter in der Kritik. Foto: Ralf Rottmann
Foto: WR RALF ROTTMANN

Dortmund.. Keine Ruhe in Sachen FZW: Bislang soll noch kein einziges Konzert für 2011 gebucht sein. Außerdem werden von Seiten des Dortmunder Musikmagazins „Visions“ Sorgen über die langfristige inhaltliche Ausrichtung des traditionellen Rockclubs laut.

„Das neue FZW hat einiges bewirkt“, sagt Visions-Herausgeber Michael Lohrmann: Innerhalb eines Jahres hätte sich der Umzug des alten Rockclubs in den Neubau am „U“ bewährt, konnte sich das FZW „neben Köln positionieren: Es gab sogar Doppelveranstaltungen in Köln und Dortmund“, sagt Roman Pitone, Leiter des Bookings. Beide fürchten allerdings, dass dieser Bonus nun in kürzester Zeit wieder verspielt werden könnte. Die Entscheidung von Seiten der Stadt, das FZW an Gastronom Till Hoppe und seine Panurama GmbH zu übergeben, bewertet Lohrmann als „inhaltlich schwierig“: „Uns ist immer versichert worden, es ginge bei der Vergabe auch um Inhalte“, so Lohrmann, der nun das Gefühl hat, das vornehmlich das für das FZW gebotene Geld entschieden habe.

Unvoreingenommen ist Lohrmann zweifellos nicht: Er selbst hatte sich um das FZW beworben und ist abgelehnt worden. „Ich will nicht als vergrämte Braut dastehen“, sagt er selbst, und versichert, dass es ihm um Inhalte geht. Schließlich sei das FZW 42 Jahre lang ein Rockschuppen gewesen – Hoppe sei zwar ein hervorragender Gastronom und Partyveranstalter, habe aber keinerlei Erfahrung in Sachen Konzertbooking. Die Befürchtung: Das FZW könne zu einem reinen Discoladen werden.

Zumal die Uhr tickt: Während Hoppe noch mit Kulturdezernent Jörg Stüdemann verhandelt, gehe wertvolle Zeit verloren, um attraktive Konzerte zu buchen, die in das Profil passen. „Die ersten drei, vier Monate des nächsten Jahres werden ein Problem“, prognostiziert Roman Pitone, „und danach beginnt die Festivalsaison. Wir reden im Extremfall von größeren Konzerten im Herbst 2011- und da gehen alle längst wieder nach Köln.“

Nach Informationen der WR ist bis 2011 noch keine einzige Buchung getätigt worden. Die unsichere Situation macht auch Visions bei der Planung von Konzerten im FZW zu schaffen: „Uns sind die Hände gebunden. Wir können keine Anfragen bestätigen“, so Pitone. Sowohl eine große amerikanische Band als auch eine bekannte deutsche Combo, die sonst eher in den Westfalenhallen spiele, finden deswegen nicht den Weg ins FZW. Und auch für das Westend-Festival, das Visions einmal jährlich veranstalten will, sucht Lohrmann schon nach Alternativstandorten in Essen, Bochum oder Münster.

Junge Leute und Vertreter der Kreativwirtschaft würden vertrieben, wenn sie kein passendes Freizeitangebot fänden. „Es ist wichtig für den Standort Dortmund, das Freizeitinteresse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen fernab von Mainstream-Angeboten zu bedienen. Diese Leute zahlen die Steuern von morgen“, sagt Lohrmann. „Wir fühlen uns hier ein wenig wie die Gallier. Die Gründe in Dortmund zu leben und zu arbeiten, sind leider sehr überschaubar.“ Till Hoppe wollte sich zu den Verhandlungen noch nicht äußern.

 
 

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