Führende Salafisten-Prediger sollen in Dortmund auftreten

Die Auftritte prominenter Prediger der Szene - möglicherweise in dieser Halle - bereiten den Sicherheitsbehörden Sorgen, sie dienen als Rekrutierungsstellen neuer Anhänger.
Die Auftritte prominenter Prediger der Szene - möglicherweise in dieser Halle - bereiten den Sicherheitsbehörden Sorgen, sie dienen als Rekrutierungsstellen neuer Anhänger.
Kommen die Köpfe der deutschen Salafisten-Szene am Wochenende nach Dortmund? Die Werbeplakate für die "Wohltätigkeits-Veranstaltung" sprechen dafür, dass die ultrakonservativen Islam-Prediger Pierre Vogel und Sven Lau nach Eving kommen. Aber der Hallenbesitzer weiß davon offenbar nichts.

Eving. Zwei ultrakonservative Prediger der deutschen Salafisten-Szene sollen in Dortmund auftreten. Für das Wochenende ist auf Plakaten eine "Wohltätigkeitsveranstaltung" mit Pierre Vogel und Sven Lau in Eving angekündigt. Ob die beiden aber tatsächlich kommen ist fraglich.

Der Salafismus gilt als eine ultrakonservative Strömung des Islam, allein in NRW hat sich die Zahl der Salafisten in den vergangenen drei Jahren auf inzwischen 1500 verdreifacht, jeder Zehnte wird laut Innenministerium als gewaltbereit eingestuft.

Die Auftritte prominenter Prediger der Szene bereiten den Sicherheitsbehörden Sorgen, sie dienen als Rekrutierungsstellen neuer Anhänger - vornehmlich Jugendliche und muslimische Migranten der zweiten und dritten Generation.

In Ägypten abgetaucht

Ob die Prediger tatsächlich bei dem "Brunnen-Festival" in Eving auftreten, ist letztlich nicht klar. Auf den Werbeplakaten wird aber neben der "vollständigen Geschlechtertrennung" auch mit "stündlichen Vorträgen bekannter Prediger" geworben.

Darunter sind unter anderem die Bilder von Pierre Vogel und Sven Lau zu sehen. Sie gelten unter den Namen Abu Hamza (Vogel) und Abu Adam (Lau) als Stars der radikalen Szene. Beide waren einige Zeit von der deutschen Bildfläche verschwunden und hatten sich unter anderem in Ägypten aufgehalten.

Dortmund galt laut Innenministerium bisher nicht als salafistisches Zentrum in Deutschland. Werbeveranstaltungen gab es aber immer wieder, bei einer bundesweiten Durchsuchungsaktion gegen die Salafistenszene im Juli lagen 3 von 21 durchsuchten Objekten in Dortmund.

Elf Personen gelten seit dieser Durchsuchung als Beschuldigte in einem Verfahren wegen Volksverhetzung - wiederum drei von ihnen aus Dortmund.

Saal für "soziale Veranstaltung" gebucht

Der Vermieter der Eventhalle sagte, dass er bereits vor geraumer Zeit von Rafael Weretycki, Organisator des "Brunnen-Festivals", kontaktiert worden sei. Weretycki, der sich Khalil Abu Noah nennt und für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, habe beide Festhallen mit zusammen 1800 Quadratmetern angemietet und von einer sozialen Veranstaltung für Afrika gesprochen.

Darum habe er die Miete für die Säle reduziert. Dass es sich bei den Mietern um Salafisten handelt, habe er erst am Montag erfahren — da sprach die Polizei wegen der Veranstaltung vor.

Von der Polizei Dortmund hieß es offiziell, man wisse noch nicht, wer vor Ort predige. Zu der erwarteten Besucherzahl wollte die Polizei ebenso wenig Stellung beziehen wie zu der Frage, die wievielte Propaganda-Veranstaltung der Salafisten in Dortmund das "Brunnen-Festival" ist.

Das Emblem des Festivals ist ein Wassertropfen mit einem dicken schwarzen Bart.

 
 

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