Fritz-Henßler-Berufskolleg in Dortmund: Neubau oder Sanierung?

Sanieren oder neu bauen? Das Fritz-Henßler-Berufskolleg bleibt ein Sorgenkind. Foto: WR/Franz Luthe
Sanieren oder neu bauen? Das Fritz-Henßler-Berufskolleg bleibt ein Sorgenkind. Foto: WR/Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.. Wie geht’s mit dem maroden Fritz-Henßler-Berufskolleg weiter? OB Ullrich Sierau hatte für eine Sanierung für 16 Millionen Euro plädiert – aber jetzt ist sogar der komplette Neubau der baufälligen Einrichtung denkbar.

Wie geht es mit dem maroden Fritz-Henßler-Berufskolleg weiter? Nachdem OB Ullrich Sierau schon vor Wochen den Fahrplan der Verwaltung skizziert und für die Sanierung des Gebäudes für 16,6 Millionen Euro plädiert hatte, ist nun offenbar auch wieder eine Neubau-Variante denkbar. Nicht nur die CDU würde sich freuen.

Die Mitglieder der CDU hatten sich im März 2010 bei einem Besuch des Kollegs ein Bild von den Rissen und Bewegungen im Gebäude gemacht und waren schon damals der Meinung, dass eine Sanierung nicht ausreichen würde. Schließlich handele es sich bei dem Kolleg um ein rund 100 Jahre altes Gebäude. „Daher wird die CDU auch weiterhin für einen Neubau am jetzigen Standort plädieren“, so der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Heinz Neumann. Die vom OB zuletzt bevorzugte Variante schlägt mit 16,6 Millionen zu Buche. Ein Neubau hingegen würde 24 Millionen Euro kosten.

Allerdings habe die Vergangenheit gezeigt, so die CDU, dass Sanierungen von Altbauten unterm Strich immer deutlich über den Kostenschätzungen lagen. Aufgrund der unter dem Gebäude befindlichen Torflinse sei ein Risiko bei der Sanierung nicht von der Hand zu weisen. Ein solches wurde zwischenzeitlich auch in einer Verwaltungsvorlage von Stadtdirektor Jörg Stüdemann eingeräumt und auf immerhin 30 Prozent beziffert. Stimmte das, könnte die Sanierung schnell 21,5 Millionen Euro kosten.

Stimmt aber nicht, hält Dr. Vera Nienkämper, stellvertretende Leiterin der städtischen Immobilienwirtschaft dagegen: Aufgrund der genauen Gutachten im Vorfeld gebe es „höchstens ein Restrisiko von fünf Prozent.“ Sehe man die Kostenentwicklung mit Weitblick „liefern sich Sanierungskonzept und Neubau derzeit ein Kopf-an-Kof-Rennen“, so Nienkämper.

Die jährlichen Bruttomieten lägen mit 1,9 Millionen (Sanierung) und 2,1 Millionen (Neubau) nah beieinander. Auch die angesetzten Zeiträume für Sanierung (dreieinhalb Jahre) und Neubau (drei Jahre) tun sich nicht viel. Für einen Neubau sprechen die absehbar geringeren Folgekosten für weitere Investitionen, die Energieersparnis und der bessere Raumzuschnitt. Für den FHB-Leiter Ulrich Lenßen wäre bei einer Sanierung klar: „Klassen mit 55 Quadratmetern genügen den heutigen Anforderungen nicht.“

Gegen einen Neubau sprechen die höheren Investitionskosten am Anfang. Hinzu kommen das Umzugsszenario und die jeweiligen Entwicklungen der anderen Kollegs im Brügmann-Block. Vera Nienkämper sagt es so: „Jetzt ist Feintuning angesagt - der Verwaltungsvorstand wird sich die Karten legen.“

Während die CDU weiter auf einen Neubau hofft, könnte eine Vorentscheidung schon am Dienstag fallen. Dann nämlich tagen die Stadtspitzen. Das Thema ist gesetzt.

 
 

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