Friedlicher Protest gegen Nazis

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„Den friedlichen Demonstrationsteilnehmern spreche ich meine Anerkennung aus. Sie haben heute den Rechtsextremisten gezeigt, dass es für sie in Dortmund keinen Raum gibt“, erklärte Polizeipräsident Nobert Wesseler in seinem Fazit nach friedlichen und breitgefächerten Protesten gegen den rechtsextremen Aufmarsch am Samstag. Es gab zum Glück keine Verletzten wie noch im September 2011.

Dortmund.. „Den friedlichen Demonstrationsteilnehmern spreche ich meine Anerkennung aus. Sie haben heute den Rechtsextremisten gezeigt, dass es für sie in Dortmund keinen Raum gibt“, erklärte Polizeipräsident Nobert Wesseler in seinem Fazit nach friedlichen und breitgefächerten Protesten gegen den rechtsextremen Aufmarsch am Samstag. Es gab zum Glück keine Verletzten wie noch im September 2011.

Das neue (alte) Konzept der Polizei, die Bürgerinnen und Bürger in Sicht- und Hörweite der Nazis demonstrieren zu lassen, ging voll auf - auch wenn es am Nachmittag rund um Hauptbahnhof und Rheinische Straße doch zu Absperrmaßnahmen kam, da ein paar unverbesserliche Randalierer versucht hatten, zu den Nazis durchzudringen. Seit langem hat man sich nicht so frei bei einer Nazidemo in den betroffenen Bereichen bewegen können, sowohl als Passant wie auch als Autofahrer, wie am Samstag. „Der massive Protest in Sichtweite der Nazis am Versammlungsort von Dortmund nazifrei! ist ein großer Fortschritt im Widerstand gegen Rechts“, zog auch Alexander Wuttke für „Dortmund nazifrei“ ein positives Fazit.

Gegen 12 Uhr startete an der Uni Dortmund der Widerstand gegen die rechte Demonstration. Rund 500 Antifaschisten versammelten sich in Dorstfeld, „um den Nazis auf die Pelle zu rücken“, erklärte Stefan vom Dortmunder Antifabündnis, das die Demo organisiert hatte. „Wir wollen ihnen zeigen, dass Dorstfeld nicht ihr Stadtteil ist!“

Schluss mit der Verharmlosung rechter Gewalt

Mit einem Lautsprecherwagen zogen die jungen Demonstranten durch den Stadtteil, machten Halt am Steinauweg – dort, ein bekannter Wohnort der Nazis. Mit den Worten von Backup, der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt, wiesen die Demonstranten auf die Gewalttaten der Neonazis hin und forderten: „Schluss mit der Verharmlosung rechter Gewalt.“ Nur wenige Anwohner nahmen allerdings von der Demo Notiz. Die wenigen Zuschauer waren sich zumeist einig: „Was die Demonstranten fordern ist richtig“, sagte ein älterer Mann. „Die Clique der Nazis macht sich hier ziemlich breit!“

Bis runter zum Wilhelmplatz zog die Antifa. Dort erinnerte ein Freund des ermordeten Schmuddel daran, dass dieser „kein politischer Mensch war.“ Trotzdem wurde er ein Opfer. Danach zogen die Demo-Teilnehmer in Richtung Stadt, um zu versuchen, den Nazizug zu blockieren.

Als neuralgischer Punkt erwies sich der Bereich rund um das Westcenter an der Rheinischen Straße. Hier konnte die Polizei Sitzblockaden einzelner Demonstranten verhindern, in dem sie die Protestler von der Straße getragen haben. Überall an der Nazi-Strecke lautstarker Protest, von einzelnen Bürgern oder Gruppen. Als die 380 zum Teil sehr aggressiven Nazis ab 18 Uhr von der Bahnhofstraße über die Rheinische Straße in Richtung Westen zogen, flogen in Höhe der Ritterstraße Wasserbecher.

Die Situation drohte zu eskalieren, da einige der Nazis aus dem Demozug ausbrachen und Passanten auf dem Bürgersteig und auch Journalisten angriffen. Die Polizei hatte die Situation jedoch schnell wieder unter Kontrolle. Nach einer Zwischenkundgebung vor der Versammlungsstätte der Nazis an der Rheinischen Straße 135 bzw. in der gegenüberliegenden Oswaldstraße war der Spuk um 21 Uhr am S-Bahn-Station West beendet.

Für die Polizei, die mit rund 1700 Beamten im Einsatz war, war es ein unruhiger Tag. Doch mussten zum Glück die Wasserwerfer oder schweren Räumfahrzeuge diesmal nicht eingesetzt werden.

 
 

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