Frau mit angezündetem Gesicht: "Ich hatte Todesangst"

Es war ein perfider Angriff, der die 34-jährige Frau für den Rest ihres Lebens zeichnen wird: Ihr Noch-Ehemann soll der Schwangeren in einem Caf medizinischen Alkohol ins Gesicht gespritzt und sie danach angezündet haben. Im Prozess um die Horrorattacke sagte am Freitag erstmals das Opfer aus.

Dortmund. "Ich fühlte etwas Flüssiges an meinem Kopf. Erst dachte ich, er hätte mich mit Gift bespritzt. Doch dann spürte ich plötzlich, dass ich brenne. Es war furchtbar. Ich hatte Todesangst." Mit der bewegenden Aussage des Opfers ist am Freitag vor dem Landgericht der Prozess um eine wahre Horror-Attacke auf eine 34-jährige Schwangere fortgesetzt worden.

Die Staatsanwaltschaft hat den Noch-Ehemann der Rumänin wegen versuchten Totschlags angeklagt. Der 52-Jährige soll der Frau in einem Nordstadt-Caf medizinischen Alkohol ins Gesicht geschüttet und dann angezündet haben. Angeblicher Hintergrund: Die Frau war von einem anderen Mann im achten Monat schwanger.

Baby gesund

Inzwischen ist das Baby gesund zur Welt gekommen. Während die Mama als Zeugin vernommen wurde, wartete die Kleine am Freitag draußen vor der Tür im Kinderwagen.

Die 34-jährige Rumänin wird den schlimmen Tag im November nie im Leben vergessen. Dafür sorgen allein schon die Narben, die sie bei jedem Blick in den Spiegel an den Vorfall erinnern werden. Mehrere Operationen hat die Frau schon hinter sich, weitere werden folgen. Irgendwann, so hat es ein Arzt den Richtern gesagt, werden die Narben blasser, schmaler und flacher werden. Aber ganz verschwinden werden sie nie.

Schläge, Drohungen und Beleidigungen

Mit der Feuer-Attacke endete damals eine Beziehung, die ohnehin nie richtig glücklich war. Der Angeklagte handelte die Hochzeit vor Jahren mit dem Vater der Zeugin aus. Sie selbst wurde nicht gefragt.

Das Zusammenleben soll fortan von Schlägen, Drohungen und Beleidigungen geprägt gewesen sein. "Er wollte immer der Chef sein", sagte die Zeugin. Und seinen Chef verlasse man nicht für einen anderen Mann...

Von Martin von Braunschweig