Forsa-Umfrage: Dramatisch schlechte Werte für OB Langemeyer

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Dramatisch schlechte Werte für OB Dr. Gerhard Langemeyer - aber sogar leichte Stimmenzuwächse bei der SPD. Zwei von vielen spannenden Trends, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa in seiner September-Umfrage im Auftrag des Bürgerforums Phoenix ermittelte.

Ein dritter: Rot-Grün hätte, anders als noch im Juni, wieder eine Mehrheit im Rathaus. Das Bürgerforum ist eine überparteiliche Initiative engagierter Bürger, die man guten Gewissens als eher konservativ bezeichnen darf - und die sich als außerparlamentarische Opposition versteht. Für kurz vor Weihnachten kündigte Bodo Harenberg gestern die nächste Umfrage an. „Dann sind die OB-Kandidaten der Parteien bekannt.” Und von März 2009 bis zur Kommunalwahl im Juni sollen weitere Trenderhebungen im Monats-Rhythmus folgen.

Was die Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen zwischen dem 15. und 22. September unter 1005 repräsentativ ausgewählten Dortmundern ermittelte, müsste Gerhard Langemeyer weiter zu denken geben. Obwohl die dramatischen Ereignisse in dieser Woche mit dem Aufstellen zweier SPD-interner Gegenkandidaten noch gar nicht zu Buche schlagen, sanken die Popularitätswerte des OB auf ein historisches Tief. Nur noch 27 Prozent der Dortmunder sind dafür, dass Langemeyer erneut kandidiert - 10 % weniger als noch im Juni. Und nur 28 % würden den Amtsinhaber wieder wählen (- 6 %). Vor allem in den eigenen Reihen und beiden Grünen-Wählern erlitt der OB erdrutschartige Verluste.

Insbesondere werden ihm Fehler im Krisenmanagement bei der „Bargeld-Affäre” angelastet. So halten 81 % der Befragten die Versuche zur Auflärung für unzureichend. Welche Wellen der Skandal schlägt zeigt diese Zahl: Bei den Themen, die die Wahlentscheidung beeinflussen, rangiert die Bargeld-Affäre im OB-Amt hinter Arbeitslosigkeit (46 %) und Armut (37 %) auf Platz drei (35 %, +3).

Hatten SPD und Grüne im Juni bei der Sonntagsfrage noch ihre Mehrheit eingebüßt, hätten sie nun wieder eine - wenn auch knapp. Wäre morgen Wahltag, käme die SPD auf 36 % (+2) und der Koalitionspartner unverändert auf 14 %. Die CDU, die bei ihren eigenen Anhängern gegenüber Juni um 10 % an Zufriedenheit einbüßt, müsste leichte Verluste hinnehmen (32 %, -2), Linke und FDP/Bürgerliste würden Schulter an Schulter leicht zulegen (7 %, +1).

Ein Erklärungsversuch: Die Umfrage fand in der Woche nach dem Putsch an der Spitze der Bundes-SPD statt. Der ungeliebte Beck weg, Münterfering zurück, Steinmeier Kanzlerkandidat - gut denkbar, dass die Dortmunder SPD im Sog dieser Ereignisse und dem Bundestrend folgend profitiert hat.

 
 

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