Flughafen Dortmund will länger öffnen und wachsen

Foto: Franz Luthe

Dortmund. Der Flughafen Dortmund will weiter wachsen. Das ist das Ergebnis eines am Mittwoch vorgestellten Gutachtens. Laut Experten ließen sich Gewinne nur machen, wenn Landebahn und Öffnungszeiten verlängert werden.

Der Flughafen Dortmund legt ein neues Gutachten zum Entwicklungsschritt 2010 von unabhängigen Experten vor. Diese schlagen eine um 300 auf 2.300 Meter verlängerte Start- und Landebahn vor sowie die um eine Stunde verlängerte Betriebszeit auf 23 Uhr.

Die Ergebnisse des Gutachtens sprechen laut Dortmunds Flughafen GmbH eine klare Sprache: "Der Airport muss mit Augenmaß weiterentwickelt werden, um Arbeitsplätze und Wirtschaftlichkeit des Unternehmens langfristig zu sichern."

Um am Luftverkehrsmarkt dauerhaft bestehen zu können, brauche der Airport schnell die Anpassung der Betriebszeit und den Start in die Verfahren um die Verlängerung der Start- und Landebahn, so die Experten. „Die Gutachter sprechen in diesen Punkten eine sehr deutliche Sprache“, sagt Flughafenchef Markus Bunk mit Blick auf die Ergebnisse. Gerade in punkto Wettbewerb habe der Dortmund Airport klare Nachteile gegenüber anderen Flughäfen.

Ändert sich an der Situation nichts, drohen weitere Einbußen, wenn Fluggesellschaften Maschinen abziehen. Bunk: „Sind die Airlines erstmal weg, lässt sich das nur schwer wieder aufbauen.“ Berechnungen zufolge würde die Anpassung der Betriebszeit mit rund sechs Millionen Euro vergleichsweise wenig kosten, aber viel bringen - bis zu 1,1 Millionen Fluggäste im Jahr 2025 mehr.

550 Millionen Euro Wertschöpfung

Zudem könne ein Ausbau enorme volkswirtschaftliche Effekte für die Region haben: Die Experten kommen unter anderem zu dem Ergebnis, dass im Planfall im Jahr 2025 rund 3,4 Millionen Passagiere die Kontrollen am Airport passieren würden – etwa 1,1 Millionen Reisende mehr als ohne Entwicklung zu erwarten sind. Das entsprechte etwa 53.870 Flugbewegungen jährlich. Die Brutto-Wertschöpfung beziffere sich dann bundesweit auf jährlich 550 Millionen Euro – davon 382 Millionen in der Region Dortmund.

Fehle dem Dortmunder Airport die nötige eine Betriebsstunde am Abend weiterhin, falle die vom Flughafen ausgehende Brutto-Wertschöpfung im Jahr 2025 pro Jahr um 145 Millionen Euro niedriger aus als im Ausbaufall. Allein die Region verliere in diesem Fall rund 100 Millionen Euro jährlich. Darüber hinaus erwarten die Gutachter für das Jahr 2025 insgesamt 7.020 Arbeitsplätze (4.610 regional), davon 2.280 unmittelbar auf dem Airport-Gelände.

Landebahn zu kurz

Aus Marktsicht stehe der Dortmund Airport bereits seit längerer Zeit vor einem doppelten Problem: Die Start- und Landebahn sei mit 2.000 Metern (davon dürfen nur 1.700 Meter für Landungen genutzt werden) zu kurz für den europäischen Mittelstreckenverkehr. Die A-320-Familie von Airbus sowie die B-737-Familie von Boeing können bei widrigen Witterungsbedingungen nicht voll beladen starten und landen.

Zum anderen würden die Airlines auf eine Verlängerung des Tagbetriebs: Aus Wirtschaftlichkeitsgründen wollen sie den Flughafen auch nach den bislang gültigen Öffnungszeiten (6 bis 22 Uhr) noch anfliegen können - regulär bis 23 Uhr und danach noch mit Verspätungsregelungen.

Vier Themen

Insgesamt wurden die Gutachten zu vier Themenbereichen aktualisiert:

  1. Fluggast- und Flugbewegungsprognose
  2. Betriebszeitenerweiterung für Nachtflüge
  3. Fluglärm
  4. Regionalwirtschaftliche Effekte

Der Flughafen veröffentlicht hier die Kurzfassung der Gutachten.

 
 

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