Dortmund

Flughafen Dortmund: Junge (15) und Oma (70) wollen im Privatjet davonfliegen – dann entdeckt der Zoll DAS

Bei Kontrollen am Flughafen Dortmund kommt immer wieder kurioses zum Vorschein.
Bei Kontrollen am Flughafen Dortmund kommt immer wieder kurioses zum Vorschein.
Foto: dpa

Dortmund. Ein Souvenir aus dem Urlaub, in der Regel kein Problem bei der Zoll-Kontrolle.

Doch nicht immer bleibt es beim Goldkettchen, Olivenöl oder der kubanischen Zigarre. Nicht nur nichtangemeldetes Bargeld oder Drogen, auch allerlei Kurioses geht dem Zoll am Flughafen Dortmund in die Arme.

Flughafen Dortmund: Frösche, Gehörn und verrückte Fanartikel

Insgesamt 18 Zöllner arbeiten am Flughafen Dortmund. 964 Aufgriffe gab es im vergangenen Jahr, 27 endeten in einem Strafverfahren.

+++ Flughafen Düsseldorf: Passagier entdeckt Zettel auf der Toilette – mit einer seltsamen Botschaft +++

Wir haben einige besondere Fundstücke vom Dortmunder Flughafen für dich.

Giftfrösche im Privatjet

Nicht schlecht staunten die Zöllner, als sie bei einer Kontrolle eines Kleinflugzeugs einen 15-Jährigen und seine Großmutter (70) aus Russland kontrollierten. Sie wollten mit einer gecharterten Privatmaschine nach Moskau fliegen. Beim Röntgen der Koffer wurden die Zöllner hellhörig und trauten ihren Augen nicht, als sie nach und nach 23 Behältnisse mit insgesamt 160 Pfeilgiftfrösche aus den Koffern zogen.

Die beiden hatten laut eigenen Angaben die Reptilienmesse „Terraristika“ in Hamm besucht.

Die Pfeilgiftfrösche, welche ursprünglich aus Mittel- und Südamerika stammen, unterliegen dem Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens. Erlaubt ist nur eine wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher Kontrolle.

Tiere beschlagnahmt und Zoo übergeben

Der 15-jährige Junge konnte jedoch keine Dokumente für eine Ausfuhr der Frösche vorlegen. Daher wurden die Tiere beschlagnahmt und dem Aqua Zoo in Düsseldorf übergeben.

„Von artgerechtem Transport kann man in diesem Fall auf keinen Fall sprechen. Bis zu acht Pfeilgiftfrösche waren in Plastikbehältnisse von der Größe einer Fleischsalatschale gepfercht. Somit hat der junge Mann zumindest billigend in Kauf genommen, dass einige Tiere bei dem Schmuggel sterben“, so Uwe Jungesblut, Pressesprecher des Hauptzollamts Dortmund.

Junge und Oma durften nach Zahlung von 1.500 Euro die Weiterreise antreten. Gegen sie wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

+++ Flughafen Düsseldorf: Zoll kontrolliert Passagiere – und macht unglaubliche Entdeckung +++

Asiatischer Schafskopf in der Tüte

Bei einer Kontrolle eines Niederländers, der mit dem Flugzeug aus Kiew eingereist war, zeigte der 22-Jährige eine Plastiktüte mit einem präparierten Tiergehörn. Um welches Tier es sich dabei handelt, wisse er nicht, so der Mann. Es könnte sich um ein Schaf oder eine Ziege handeln.

Nach einer artenschutzrechtlichen Prüfung handelte es sich mutmaßlich um das Gehörn eines asiatischen Wildschafs. Das sogenannte Ovis Ammon ist vom Aussterben bedroht und darf deswegen nur mit dem erforderlichen Nachweis in Deutschland eingeführt werden.

„Da der Mann eine für den Import erforderliche Genehmigung nicht vorlegen konnte, wurde das Gehörn vom Zoll beschlagnahmt“, so Uwe Jungesblut, Pressesprecher des Hauptzollamts Dortmund.

Eurovision-Fan will schnelles Geld machen

Vor dem Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf reiste ein Serbe (31) am Dortmunder Flughafen ein und wollte mit großem Gepäck schnell durch den grünen Ausgang für anmeldefreien Waren.

Doch die Zöllner schauten genauer hin und entdeckten in seinem Gepäck 759 Fanartikeln. T-Shirts und Schals bedruckt mit dem Logo „Eurovision Song Contest 2011“ und dazu Flaggen unterschiedlicher Nationen. Der Mann wollte wohl weitere Drucke machen und hatte entsprechendes Zubehör dabei.

Er hatte keine erforderlichen Dokumente zum Ursprung der Textilien. Daher wurden die Shirts sichergestellt und landeten in einer Müllverbrennungsanlage.

„Die Hoffnung, mit diesen Fanartikel das schnelle Geld zu verdienen, erfüllte sich für den Beschuldigten nicht“, so Ilona Fiorentino, Sprecherin des Hauptzollamts Dortmund. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts der versuchten Steuerhinterziehung eingeleitet.