Flughafen Dortmund fühlt sich benachteiligt

Gregor Beushausen
Die Fluggesellschaft Germanwings hat bereits Strecken vom Dortmunder Flughafen gestrichen.
Die Fluggesellschaft Germanwings hat bereits Strecken vom Dortmunder Flughafen gestrichen.

Dortmund. Flughafen-Chef Markus Bunk setzt darauf, dass der Rat der Stadt Dortmund in seiner Sitzung am 30. September über längere Flugzeiten und den Ausbau der Landebahn entscheidet. „Ich hoffe, er trifft die richtigen Entscheidungen“, sagte Bunk. „Wir stehen Gewehr bei Fuß, um die Planfeststellung anlaufen zu lassen.“

Dortmunds Flughafen-Boss Markus Blunk rief nochmal den Beschluss seines Aufsichtsrates ins Gedächtnis, die Landebahn von 2000 auf 2300 Meter zu verlängern und die Regelbetriebszeit von 22 auf 23 Uhr auszuweiten und den Airlines obendrein eine halbstündige Verspätungszeit bis 23.30 Uhr einzuräumen. „An diesen Beschluss bin ich gebunden“, sagt Bunk. Zur Erinnerung: OB Ullrich Sierau geht der Vorstoß zu weit. Sierau plädiert für eine Betriebszeit bis 22.30 Uhr - plus halbstündige Verspätungsregel. „Nach hinten raus“, so Sierau, „geht dann nichts mehr.“

Den Düsseldorfer Koalitionsvertrag, in dem Rot-Grün eine Änderung der Flugzeiten ausdrücklich ausschließt, hat der Flughafen-Chef zur Kenntnis genommen. Gleichwohl gehe er davon aus, dass die Landesregierung keine rechtliche Handhabe besitze, die Pläne zu stoppen.

„Das wäre Diskriminierung“

Im Übrigen sei überhaupt nicht nachvollziehbar, dass anderen NRW-Flughäfen Betriebszeiten bis 23 Uhr zugestanden würden, allein Dortmund nicht. „Das wäre Diskriminierung“, sagt Bunk. Er gehe auch davon aus, dass das Land der Münsteraner Bezirksregierung (Herr über ein Planfeststellungsverfahren) anweisen könne, Anträge aus Dortmund zurückzuweisen.

Die starren Flugzeiten und die begrenzte Landebahn hinderten die Gesellschaften und den Airport, sich zu entwickeln. Die Luftverkehrssteuer schlage zusätzlich negativ zu Buche. Am Ende dürfe man sich nicht wundern, wenn sich Airlines auf Flughäfen zurückzögen, die eine bessere Auslastung der Maschinen und höhere Wirtschaftlichkeit versprächen. Tatsächlich rechnet Bunk bis Jahresende nicht mehr mit großen Wachstumskurven. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres seien gerade 988.000 Passagiere abgefertigt worden - ein Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2009 mit 998.000 Fluggästen. Ziel sei, Ende 2010 zumindest ein Prozent Plus schreiben zu können - was ohnehin spärlich genug wäre. Germanwings kündigt an, die Strecke nach Split aus dem Winterflugplan zu streichen - es könnte nicht die letzte sein, die vom Radar genommen wird.