Flüchtlingszüge enden nun in Dortmund und Düsseldorf

Hunderte Flüchtlinge sind am Sonntagmorgen in Dortmund angekommen.
Hunderte Flüchtlinge sind am Sonntagmorgen in Dortmund angekommen.
Foto: Oliver Schaper
Rund 1000 Flüchtlinge werden Montagnacht am Dortmunder Hauptbahnhof erwartet. Am Abend gab es Ausschreitungen bei Demos von Antifa und Neonazis.

Dortmund.. Nach der Ankunft von mehr als 2000 Flüchtlingen am Sonntag werden auch am Montag weitere Flüchtlinge am Hauptbahnhof Dortmund erwartet. Nach Angaben der Feuerwehr vom frühen Abend wird der erste Flüchtlingszug gegen Mitternacht in Dortmund erwartet. "Für den zweiten Zug gibt es noch keine errechnete Ankunftszeit", sagte Wolfgang Ostermann, Einsatzleiter der Feuerwehr. Zunächst war die Stadt Dortmund davon ausgegangen, dass die Züge um 18 Uhr bzw. 22 Uhr am Hauptbahnhof ankommen. Dieser Plan sei nun hinfällig, hieß es.Flüchtlinge in Deutschland

Derweil ist die Hilfsbereitschaft der Dortmunder weiterhin enorm - und stellt die Behörden mittlerweile vor einige Probleme. Nach Plan soll der erste Zug mit bis zu 450 Flüchtlingen aus München kommen und der zweite aus Salzburg mit 450 bis 650 Flüchtlingen.

Wie schon am Sonntag sollen die ankommenden Flüchtlinge daraufhin im Keuninghaus versorgt und dann mit Bussen in andere NRW-Städte gebracht werden.

Neonazis und Gegendemonstranten in der Innenstadt

Antifa und Flüchtlingsunterstützer haben sich unterdessen am Abend in der Dortmunder Innenstadt versammelt: Auf der Kreuzung Westentor kam es zu einer Demonstration gegen Gewalt an Flüchtlingen. Mehrere Demo-Teilnehmer hatten sich zunächst in einer Tiefgarage versammelt um gemeinsam eine Polizeisperre zu durchbrechen. Dann zogen sie durch die Innenstadt und sorgten auch für Verkehrsprobleme. Der Wall war auch am späten Abend noch zwischen Westentor und Hauptbahnhof komplett gesperrt.

Flüchtlinge in Dortmund Nach Angaben der Polizei waren rund 800 Antifa-Anhänger unterwegs. Sie standen etwas 30 Neonazis gegenüber. Die Antifa-Anhänger hatten den Abmarsch der Neonazis nach deren angemeldeter Demo erheblich gestört. Es gab mehrere Festnahmen. Auch Polizeifahrzeuge wurden durch Wurfgeschosse beschädigt.

Stadt: Spendenflut momentan nicht zu bewältigen"

Die Stadtspitze ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Dortmunder, doch an manchen Stellen ist es schon zu viel des Guten. So bittet die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Hacheney dringend darum, erst einmal keine weiteren Sachspenden mehr dort abzuliefern. Stadtsprecher Michael Meinders: "Die Spendenflut ist im Moment nicht zu bewältigen." Die Feuerwache 4 in Hörde kann ebenfalls keine Spenden mehr annehmen.

Auch die Helfer im Dietrich-Keuning-Haus melden, dass die Sachspenden-Lager momentan mehr mehr als genug gefüllt seien. Lediglich Gebrauchsgüter wie Deo oder Hygieneartikel wie Wattestäbchen oder Feuchttücher werden noch benötigt. Der Einsatz der mehr als 700 freiwilligen Helfer ist zunächst bis Sonntag geplant.

Flüchtlingszüge fahren abwechselnd nach Dortmund und Düsseldorf

Am Montagnachmittag besuchte NRW-Ministerpräsidenten Hannelore Kraft das Keuning-Haus und machte sich ein eigenes Bild von der Situation. Sie dankte allen Helfern für ihren Einsatz. Täglich werden in NRW neue Flüchtlingszüge erwartet. Die Landesregierung rechnet in dieser Woche mit 14.000 neuen Flüchtlingen. Nach Angaben von Stadtdirektor Jörg Stüdemann werden die Flüchtlingszüge im täglichen Wechsel in Dortmund und Düsseldorf ankommen. Gewechselt werde jeweils um 9 Uhr.

 
 

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