Finanzielle Misstöne in der Dortmunder Oper

Das Opernhaus lockt zu wenige Besucher. Foto: Franz Luthe
Das Opernhaus lockt zu wenige Besucher. Foto: Franz Luthe
Foto: WR

Dortmund.. Die Einnahmen des Dortmunder Musiktheaters sinken weiter: Sie liegen in der vergangenen Spielzeit rund 300.000 Euro unter den Erwartungen – eine negative Steigerung zum Vorjahr.

Gut 1,56 Millionen Euro sollte das Musiktheater in der Spielzeit 2009/10 aus dem Kartenverkauf einnehmen – tatsächlich waren es 1,262 Millionen. Eine Fortführung der Tendenz aus der Saison 2008/09, in der das Musiktheater die Einnahmeerwartungen um rund 230 000 Euro verfehlte. Auch die Auslastungszahlen dürften im Theater kein Anlass zur Freude sein: Sie liegen 2009/10 bei 50,25 Prozent.

Opernintendantin Christine Mielitz erklärt das Defizit zum Teil mit der Personalkostensperre von 167 000 Euro: Vor einigen Jahren sei der Oper das Budget gekürzt worden, während das Personal unverändert blieb – ein jährlich wiederkehrender Posten, der nichts mit dem Programm zu tun habe. Zudem habe sie in der letzten Saison „viel moderne Musik“ gewagt, die zwar gute Kritiken, aber nicht viele Zuschauer locke. Und die Produktion „Phoenix resurrexit“ konnte nicht, wie vorgesehen, im U gespielt werden.

Sparsame Kommentierung

Die geschäftsführende Direktorin Bettina Pesch zeigte sich sparsam in der Kommentierung: Sie könne nicht „in den Besucher hineingucken“ – das Engagement, neue Zuschauer zu gewinnen, sei groß. Die Spielzeit laufe „nicht glücklich“, so Pesch, einen weiteren Einbruch fürchte sie nach dem Weggang von Mielitz Ende des Jahres aber nicht.

Den fände die Politik auch nicht sonderlich lustig: Bürgermeister und Kulturausschussvorsitzender Manfred Sauer stört sich „extrem“ an den anhaltend schlechten Zahlen: Sowohl Programmgestaltung als auch Marketingmaßnahmen seien „Flops“. Keinesfalls dürfe die Politik in das Programm hineinreden. Aber es sei Zeit „Notmaßnahmen zu ergreifen, sonst fallen wir ja ins Bergfreie.“ Jens-Daniel Herzog, der die Opernleitung ab Mitte 2011 übernimmt, „steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er übernimmt leider einen kränkelnden Betrieb.“

Jürgen Brunsing, kulturpolitischer Sprecher der Grünen, findet die Situation ebenso ärgerlich: Bei allen Lobreden auf Mielitz als große Künstlerin dürfe man die Wirtschaftlichkeit nicht vergessen. „Kunst und Ökonomie müssen auch ineinander greifen.“

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen