Festnahmen nach Nazi-Schlägerei

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Dortmund. Nach dem gewaltsamen Übergriff auf zwei Jugendliche türkischer Herkunft, an dem auch der Dortmunder Neonazi Sven K. beteiligt gewesen sein soll, nahm die Polizei jetzt zwei weitere Tatverdächtige aus dem rechten Spektrum fest.

Am vorletzten Samstag gegen 22.30 Uhr trafen die beiden 16- und 17-jährigen Jugendlichen auf dem Weihnachtsmarkt in der City auf eine Gruppe von fünf bis sechs Personen. Im Verlauf der Auseinandersetzung wurden die beiden Jugendlichen massiv geschlagen und getreten. Die Folgen: Kiefer-Prellungen, Verletzungen an der Nase, Platzwunden, Blutergüsse und Gehirnerschütterungen.

Bomberjacken und Springerstiefel

Die Tatverdächtigen waren mit Bomberjacken und Springerstiefeln bekleidet. Noch vor Ort konnten Sicherheitskräfte einen 24-jährigen Tatverdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Gegen den 24-Jährigen erging Haftbefehl. Dabei soll es sich um Sven K. handeln, der 2005 mit einem Messer in der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße den Punker Thomas „Schmuddel“ Schulz erstochen hatte. Dafür hatte ihn das Landgericht 2005 zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt, aus der er im September 2010 vorzeitig entlassen worden war. Die Mittäter aber konnten fliehen.

Bis Freitag. Fahndungsmaßnahmen der Staatsschutzes führten zur Ermittlung zweier weiterer Tatverdächtiger. Dabei handelt es sich um zwei 19 und 25 Jahre alte Dortmunder, die für die Polizei keine Unbekannten sind. Unter anderem seien die beiden Männer auch wegen „rechtsmotivierter Straftaten“ bekannt, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei. Sie würden der hiesigen „Skin-Head-Front Dorstfeld“ zugerechnet.

Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr

Da gegen den 19-jährigen Tatverdächtigen bereits zwei Anklagen wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs zur Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht anstehen, erging noch am Freitagabend gegen ihn Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr. Der 25-Jährige bleibe mangels Haftgrund bis zum Prozess auf freiem Fuß.

Die Polizei sucht zur Rekonstruktion des Tathergangs weitere Zeugen, die am 26. November auf dem Willy-Brandt-Platz zwischen Cafe Alex und der U-Bahnstation Reinoldikirche die Auseinandersetzung beobachtet haben. Hinweise an: 132-7999.