Festnahme sorgt für Massenauflauf mit über 100 Schaulustigen

Die Polizisten riefen weitere Kräfte zur Unterstützung in die Nordstadt. Er mit dem Großaufgebot konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden.
Die Polizisten riefen weitere Kräfte zur Unterstützung in die Nordstadt. Er mit dem Großaufgebot konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden.
Foto: Kleinrensing
Bei der Überprüfung einer Gruppe in der Dortmunder Nordstadt wollten Schaulustige Festnahme und Abtransport behindern. Ein Polizist wurde verletzt.

Dortmund. Für die Polizei war es zunächst ein Routineeinsatz, aber dann wurde es brenzlig: Am Montagabend wollten Polizisten an der Mallinckrodtstraße eine Gruppe von etwa 15 Personen kontrollieren. Doch plötzlich versammelten sich mehr als 100 Schaulustige am Einsatzort.

Wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte, wollten Polizisten am Montagabend gegen 22 Uhr eine Gruppe von etwa 15 Personen an der Mallinckrodtstraße überprüfen. Im Tagesverlauf hatte es bereits einen Polizeieinsatz an der Mallinckrodtstraße gegeben.

Schaulustige wollten offenbar Festnahme verhindern

Als die Beamten die Ausweise der Gruppe einsammelten und die Personalien überprüfen wollten, fiel einer der Männer aus der Rolle, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Er schrie laut herum und fuchtelte mit den Händen bedrohlich vor einem der Beamten herum. Als er sich weigerte, seine Zigarette während der Kontrolle auszumachen, widersprach er den Beamten und schubste einen von ihn weg.

Seine anschließend anstehende Ingewahrsamnahme gestaltete sich aus mehrerlei Hinsicht schwierig: Zum einen sperrte sich der 38-jährige Mann ohne festen Wohnsitz vehement gegen die Polizisten und versuchte auf sie einzuschlagen. Einer der Beamten wurde bei den Handgreiflichkeiten an der Hand verletzt.

Zum anderen sammelten sich etwa 100 bis 150 Schaulustige, die sich teilweise mit dem am Boden liegenden und gefesselten Mann solidarisierten. Die Sympathisanten bedrängten die Beamten, schrien herum und kamen ihnen bedrohlich nahe, offenbar um die Festnahme und den Abtransport des Dortmunders zu erschweren oder zu verhindern.

Angreifer hatte rund zwei Promille

Erst mit alarmierten Unterstützungskräften konnte die Lage langsam wieder beruhigt werden. Der 38-Jährige ist hinreichend polizeibekannt, heißt es in der Pressemitteilung. Er wurde dem zentralen Polizeigewahrsam zugeführt. Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von annähernd zwei Promille. Der verletzte Polizist wurde in einem Krankenhaus ambulant behandelt. Er brach sich einen Finger und ist vorläufig nicht dienstfähig.