Festival-Absage — 2014 gibt's kein "Rock in den Ruinen"

"Rock in den Ruinen", die Letzte: Die Donots lockten vergangenes Jahr 7000 Fans an die Bühne auf Phoenix West.
"Rock in den Ruinen", die Letzte: Die Donots lockten vergangenes Jahr 7000 Fans an die Bühne auf Phoenix West.
Foto: Oliver Schaper
Lange ist es gut gegangen — aber jetzt ist mit "Rock in den Ruinen" Schluss. Zumindest für 2014. Für das kleine Dortmunder Rock-Festival war es immer schwerer geworden, zugkräftige Bands und finanzstarke Sponsoren zu finden. Der Umzug von der Hohensyburg nach Phoenix West hat das Budget gesprengt.

Dortmund. Seit 1995 war das "Rock in den Ruinen" ein fester Termin im Dortmunder Musikjahr. Aber im Jubiläumsjahr 2014 wird getrauert statt gefeiert: Eine 20. Ausgabe des Rock-Festivals wird es nicht geben. Zumindest nicht in 2014.

Lange hatte es Rätselraten um die Zukunft des Dortmunder Alternative-Festival gegeben. Anders als in den Vorjahren war von den Organisatoren kein Termin bekanntgegeben worden. Normalerweise war schon Ende Dezember alles in trockenen Tüchern.

Das letzte Lebenszeichen auf Facebook war der bedeutungsschwangere Post: "Allen Fans und Freunden ein schönes Weihnachtsfest. Wir melden uns Anfang des Jahres mit Neuigkeiten." Und keine Antwort auf die Frage: "Wer kommt denn nun in diesem Jahr? Habt ihr schon Neuigkeiten zu verteilen?"

Kosten stiegen um das Sechsfache

Aber am Ende mangelte es am Geld. Es fehlten einfach Sponsoren, heißt es seitens der Organisatoren. Bis zuletzt habe man alles versucht, das Festival zu retten. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", erklärt Veranstalter Patrick Arens.

Hauptgrund für die Absage: Der Umzug von der Hohensyburg nach Phoenix West habe die Kosten in die Höhe getrieben, erklärt Arens. Die Ausgaben seien um das Sechsfache gestiegen. Der Umzug musste aber sein, da das Gelände um die Hohensyburg nur einen Zuweg habe. Nach dem Loveparade-Unglück sei das nicht mehr genemigungsfähig gewesen.

2015 wolle man wieder durchstarten — aber definitiv an einem anderen Ort. "Wir haben auch schon was im Auge", so Arens. Zurück an die Hohensyburg führe der Weg allerdings nicht. Zudem wollen die Veranstalter das Festival zurück zu den Wurzeln führen: 1995 war man als kleines Newcomer-Festival gestartet.

Umzug von der Hohensyburg nach Phoenix West

1995 ging das "Rock in den Ruinen" als Mini-Rockfestival an den Start. Und der Name war Programm: Veranstaltungsort war die Ruine der Hohensyburg. Wegen der Lagen am Steilhang kam es aber immer wieder zu kleineren Unfällen an den Klippen, bei denen meist auch Alkohol im Spiel war.

2011 zog das Festival dann ein paar Ruinen weiter — nach Phoenix-West in den Schatten des alten Hochofens von Hoesch. Hier war die Infrastruktur einfach besser. Außerdem erhofften sich die Organisatoren damit mehr Öffentlichkeit.

Traditions-Festival von den JuSos gegründet

Organisiert wurde das Festival bis 2011 vom SPD-Ortsverein Syburg und den JuSos aus Hörde. Als Dank für ihr jahrelanges Engagement wurden die Genossen sogar mit dem Wilhelm-Dröscher-Preis der Bundes-SPD ausgezeichnet.

2013 war das "Rock in den Ruinen" ein Volltreffer: 7000 Gäste tummelten sich vor der Bühne unterm Hochofen, als die Donots in die Saiten griffen. Aber der Volltreffer hatte zwei Haken. Regen und Kälte. Zudem entbrannte nach dem Festival eine Diskussion über die Qualität von Sound-Technik, Bühne und Schotterboden.

In den vergangenen Jahren waren an bekannten Musikern und Bands unter anderem dabei:

  • Donots
  • New Model Army
  • Clawfinger
  • Liquido
  • Jupiter Jones
  • In Extremo
  • Klee
  • Philip Boa
  • Sascha

Was bleiben soll ist der Band-Wettbewerb. Bislang hieß der Battle um zwei Festival-Auftritte noch "Rockt die Ruinen". Aber ab 2014 geht es als "Dortmund calling — DEW21 Bandwettbewerb" weiter.

Seit Dezember können Bands ihre Videos im Netz hochladen. Das Finale findet im Februar im domicil statt. Winkte den Siegern bislang ein Auftritt beim "Rock in den Ruinen", gibt's jetzt eine Aufnahme im Profi-Studio, ein Merchandising-Paket und zwei Auftritte zu gewinnen — in der Kaktusfarm oder auf dem Westpark-Fest.

 
 

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