"Festi Ramazan" soll vom Westfalenhallen-Parkplatz weichen

Peter Bandermann
Hunderttausende Muslime haben im Fastenmonat Ramadan ihr "Festi Ramazan" gefeiert. Zum ersten Mal fand das größte Ramadan-Festival Europas auf dem Parkplatz an der Westfalenhalle statt — mit viel Lärm und Müll.
Hunderttausende Muslime haben im Fastenmonat Ramadan ihr "Festi Ramazan" gefeiert. Zum ersten Mal fand das größte Ramadan-Festival Europas auf dem Parkplatz an der Westfalenhalle statt — mit viel Lärm und Müll.
Foto: Veranstalter
30 Nächte Lärm bis 3 Uhr — das wollen die Anwohner südlich der Westfalenhallen nicht nochmal durchmachen. Nach dem "Festi Ramazan", dem größten Ramadan-Festival Europas, hatte es Beschwerden gehagelt. Jetzt hat die Stadt reagiert: Das Fest soll von den Parkplätzen E1 und E2 weichen.

Dortmund. Das "Festi Ramazan" steht auf der Kippe: Die Stadt soll ihre Tochter SBB darauf drängen, die Parkplätze E1 und E2 an den Westfalenhallen nicht mehr an das größte Ramadanfestival Europas zu vermieten. Während des Festes gab es in 30 Nächten Anwohner-Beschwerden über Müll und Lärm.

Darauf drängte am Dienstag die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost bei einem Gespräch mit Anwohnern, Tiefbauamt und Umweltamt. Anwohner sprachen im Rathaus erneut von "kaum noch auszuhaltenden Zuständen" auf dem Parkplatz zwischen B 54 und Ardeystraße.

Der Gutachter, der für den Festival-Lärm eine Prognose erstellen sollte, habe die Lage "völlig falsch" eingeschätzt.

Umweltamt: Grenzen nicht überschritten

An dieser Stelle - und nur an dieser - widersprach Heinrich Bornkessel vom Umweltamt: Sein Amt habe für 5 von 30 Festival-Tagen höhere Lärmpegel genehmigt. Den Spielraum habe der Veranstalter nicht genutzt. Auch an den übrigen 25 Tagen seien die per Gesetz vorgeschriebenen Grenzwerte (40 Dezibel in der Nacht) nicht überschritten worden.

Allerdings gab es bei Kontrollen auch ein Messproblem: Das "Grundrauschen der B1" habe das Messergebnis beeinträchtig, berichtete Bornkessel.

Fäkalien und Müll an den Parkplätzen

Anwohner beklagten am Dienstag erneut die Probleme, die für den Vermieter SBB und den "Festi Ramazan"-Veranstalter nicht mehr beherrschbar waren: Verkehrslärm mit Hupkonzerten während der Anfahrt zwischen 21 und 23 und während der Abreise teilweise bis 3 Uhr — und das an 30 Nächten.

Nachbarn der Brünninghauser Straße berichteten in der Bezirksvertretung auch von Fäkalien-Geschäften in Büschen und viel Müll auf den Parkplatz-Zufahrten. Ein Anwohner: "SBB hat die eigenen Parkplätze gereinigt. Die Wege, die dort hinführen, aber nicht."

Begleiterscheinungen nicht einberechnet

Jürgen Feuser vom Tiefbauamt sagte zum Lärm, der teilweise auch in Barop und Schönau zu hören war: "Das ist nicht so abgelaufen, wie es festgelegt worden ist." Heinrich Bornkessel brachte das Problem auf den Punkt: Die Grenzwerte seien eingehalten worden, aber "niemand hat die Begleiterscheinungen einberechnet".

Rechtlich hat die Stadt nichts in der Hand. Sie muss so ein Festival nicht einmal genehmigen. Aber die Stadt-Tochter SBB soll auch nicht immer ihre Parkplätze vermieten.