Fehler auf Gedenkstein für NSU-Opfer in Dortmund wird beseitigt

Das NSU-Mahnmal vor der Steinwache erinnert an NSU Opfer. Zwei Todesdaten der Opfer sind jedoch falsch eingraviert worden.
Das NSU-Mahnmal vor der Steinwache erinnert an NSU Opfer. Zwei Todesdaten der Opfer sind jedoch falsch eingraviert worden.
Peinliche Panne: Auf dem Gedenkstein für die Opfer der rechten Terrorgruppe NSU sind die Todesdaten zweier Menschen falsch dargestellt. Für das vermutlich erste Opfer, den Türken Enver Simsek, ist der 11.11.2000 angegeben, tatsächlich starb er aber zwei Monate früher. Ein Steinmetz hat bereits mit der Korrektur begonnen.

Dortmund. Auf dem Gedenkstein für die Opfer der rechten Terrorgruppe NSU in Dortmund sind zwei falsche Todestage eingemeißelt worden. Für das vermutlich erste Opfer der Neonazi-Zelle, den Türken Enver Simsek in Nürnberg, ist als Todesdatum der 11.11.2000 angegeben. Tatsächlich starb der Blumenhändler aber am 11.9.2000, zwei Tage nach dem Anschlag auf ihn. Für Ismail Yasar, den Besitzer eines Döner-Restaurants in Nürnberg, ist auf dem Gedenkstein der 5.6.2005 als Todesdatum angegeben. Er wurde jedoch am 9.6.2005 ermordet.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD), der bei der Enthüllung der Gedenkstele am Samstag eine Ansprache gehalten hatte, sagte der "Bild-Zeitung": "Ich bin tief betroffen." Die Fehler würden noch in dieser Woche korrigiert.

Daten wurden fehlerhaft übermittelt

Inzwischen ist klar, wie die fehlerhaften Daten auf den Stein gekommen sind. Einer der Fehler ist nach Angaben der Stadt auf einen Übermittlungsfehler durch die Stadt Kassel zurückzuführen. Sie hatte vor Monaten eine gemeinsame Erklärung aller Oberbürgermeister der Städte mit NSU-Opfern verfasst und dabei das falsche Datum für den Nürnberger Ismail Yasar benutzt. Das zieht sich seitdem durch alle Akten. Auch auf dem Gedenkstein in Nürnberg ist das Datum falsch.

Der andere Fehler ist in Dortmund geschehen. Wo genau er vorgekommen ist, ist nach Angaben der städtischen Pressestelle unklar.

Falsche Zahlen aus dem Stein geschlagen

Der Steinmetz, der das Mahnmal angefertigt hat, hat am frühen Mittwochmorgen bereits mit der Korrektur der fehlerhaften Daten begonnen. Zunächst hat er die falschen Zahlen aus dem Stein geschlagen, auch um eine möglichst rauhe Oberfläche zu erzeugen.

Dann hat er die entstandenen Vertiefungen mit einem speziellen, im Farbton an den Stein angepassten Harz ausgefüllt. Dieses Harz muss nun aushärten. Je nachdem wie schnell das geht, kann die neue Gravur bereits Donnerstag, spätestens aber am Freitag vorgenommen werden.

(mit dpa)

 
 

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