Fans planen Demo für ihre Rechte

Marcel Weiß

Dortmund. Für den 9. Oktober planen Fußball-Fans aus ganz Deutschland parallel zum Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Türkei eine Demonstration unter dem Motto „Erhalt der Fankultur“. Die Fanabteilung des BVB ruft die Anhänger der Dortmunder Borussia zur Teilnahme auf.

Ticketpreise, überzogene Polizeieinsätze, Kommerzialisierung des Fußballs – um diese Themen wird sich die von der BVB-Fanabteilung neu ins Leben gerufene Projektgruppe „Fanpolitik“ ab sofort kümmern. 23 BVB-Fans werden unter der Führung von Tobias Westerfellhaus in der Gruppe arbeiten und versuchen, die Interessen von Fans gegenüber Vereinen, Verbänden und Politikern zu vertreten.

Die Liste der Fanaktionen jüngerer Geschichte ist lang. 2005 wehrten sich die Fans vor dem Hintergrund der finanziellen Notlage des Vereins gegen den „Ausverkauf von Tradition“ mit Demonstrationen vor und Choreographien im Stadion. Im letzten Jahr setzte sich die Fanabteilung mit ihrer Forderung durch, unabhängig von Entscheidungen der DFB und DFL die „50+1-Regel“ in die Vereinssatzung zu übernehmen.

Den Verein mitgestalten

„Wir wollen weiterhin Anteil an der Gestaltung des Vereins haben“, sagt Tobias Westerfellhaus. „In der Projektgruppe wollen wir Konzepte entwickeln, wie wir die Fans für Themen sensibilisieren und unsere Standpunkte in Diskussionen auf Augenhöhe gegenüber der Vereinsführung vertreten können.“ Dass die Fanbündnisse oft stiefmütterlich behandelt werden, hat er schon persönlich erlebt. „Als Mitglied des Bündnisses ‚Unsere Kurve‘ musste ich erfahren, dass die Aktion ‚Fandialog‘ mit Vertretern der DFL und des DFB zu einem Monolog verflachte. Es wurde viel genickt, viel gelächelt, und vor allen Dingen viel beschwichtigt. Wir nehmen an den Gesprächen auch nicht mehr teil.“

Weitere Informationen zum Borussentreff und der Projektgruppe bietet die Fanabteilung von Borussia Dortmund auf ihre Homepage an.