Ex-HSP-Mitarbeiter lassen Wut am Gelände aus

Bi Hoesch Spundwand und Profil (HSP) ist der letzte Stahlblock durchs Walzwerk gelaufen am Freitag versammelten sich Mitarbeiter und Ehemalige noch einmal vor dem Werk. Offenbar hatte sich bei manchem viel Wut aufgestaut: Scheiben und Kabel wurden zerstört und es gab auch Explosionen.

Dortmund. Am späten Freitagnachmittag gab es auf dem Werksgelände kleinere Explosionen, eine Scheibe wurde eingeschlagen, Kabel von Überwachungsanlagen wurden durchtrennt.

Wie viele Mitarbeiter an dem Vandalismus beteiligt waren, blieb am Montag unklar; ebenso, wodurch die Explosionen ausgelöst wurden. Es sei niemand zu Schaden gekommen, teilte auf Anfrage HSP-Geschäftsführer Michael Schäfer mit. Wie es zu den Zerstörungen kam? "Ich gehe davon aus, dass das aus der emotionalen Situation heraus war", sagte er. Die genauen Schäden würden noch aufgenommen.

Unterdessen reagierte die Ratsfraktion Die Linke & Piraten auf die HSP-Schließung. Sie kritisiert unter anderem Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau sowie die SPD-geführten Landesregierungen von NRW und Niedersachsen.

Vergeblich für HSP-Erhalt eingesetzt

Das Land Niedersachsen ist mit 26,5 Prozent am HSP-Mutterkonzern Salzgitter beteiligt. Die Stadt Dortmund und auch die NRW-Landesregierung hatten sich vergeblich unter anderem beim Land Niedersachsen und beim Bundeswirtschaftsminister für den Erhalt von HSP eingesetzt.

Während diese Bemühungen erfolglos blieben, "wurde schon längst der Kauf und die Anschlussnutzung des Dortmunder HSP-Geländes durch die Stadt durchgespielt", kritisiert Carsten Klink, finanzpolitischer Sprecher von Linken & Piraten.

Michael Schnitzler