Ex-Envio-Tochter: Stadt Dortmund meldet Forderungen an

Die Grundbesitz Kanalstraße GmbH besitzt als "Erbbauberechtigte" bis zum Jahr 2048 das Envio-Grundstück im Hafen. Doch die Grundbesitz Kanalstraße GmbH ist inzwischen insolvent, am Freitag fand die erste Gläubigerversammlung statt. Die Stadt meldete ihre Forderungen an - ohne deren Höhe zu beziffern.

Dortmund. Wieder einmal eine Nachricht zur pleite gegangenen Skandal-Firma Envio im Hafen: Im Insolvenzverfahren um die Envio-Grundstücksgesellschaft Grundbesitz Kanalstraße GmbH fand gestern die erste Gläubigerversammlung statt. Auch die Stadt meldete ihre Forderungen an.

Eigentümerin der Envio-Fläche ist die Stadt Dortmund

Zur Erinnerung: Die Grundbesitz Kanalstraße GmbH besitzt das teils PCB-belastete Envio-Grundstück im Hafen als "Erbbauberechtigte" bis zum Jahr 2048. Eigentümerin der fünf Hektar großen Fläche ist die Stadt Dortmund.
Im Juli 2015 hatte die US-amerikanische Investorengruppe Flacks die Grundbesitz Kanalstraße GmbH übernommen; Anfang 2016 meldete die GmbH Insolvenz an.

Im Zuge dieser Insolvenz konnten die Stadt und weitere Gläubiger bei der gestrigen Gläubigerversammlung ihre Forderungen anmelden. In welcher Höhe die Stadt Forderungen habe, dürfe man aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht sagen, teilte Pascal Ledune von der Wirtschaftsförderung mit. Neben ausstehender Erbbau-Zinsen dürfte die Stadt auch ausstehende Steuerschulden als Forderung angemeldet haben.

Zehn Firmen sind weiterhin auf dem Envio-Gelände tätig

Auf dem Envio-Grundstück hat die Stadt im Februar die Zwangsverwaltung übernommen. Rund zehn Firmen, darunter zum Beispiel der Induktions-Ofen-Hersteller ABP, gehen dort weiterhin ihren Geschäften nach.

Michael Schnitzler