Ex-Berater will 690.000 Euro von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller

Gerichtsverhandlung zu Roman Weidenfeller Sein Ex-Berater fordert 690.000 Euro vom BVB-Torhüter. Foto: dapd
Gerichtsverhandlung zu Roman Weidenfeller Sein Ex-Berater fordert 690.000 Euro vom BVB-Torhüter. Foto: dapd
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Dass er mitten in den Verhandlungen zur Vertragsverlängerung beim BVB den Berater gewechselt hat, kann für Borussia Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller teuer werden. Sein Ex-Berater fordert 690.000 Euro, er klagt Provision für Weidenfellers Vertragsverlängerung beim BVB ein.

Dortmund.. Fußball – das sind nicht nur Punkte und Tore. Fußball – das bedeutet auch im Ruhrgebiet jede Menge Kohle. Wer so alles mitverdient an den Verträgen zwischen Spielern und Verein? Bei der Vertragsverlängerung von Roman Weidenfeller beim BVB jedenfalls nicht dessen früherer Berater Dr. Michael Becker. 690 000 Euro sind ihm so nach seiner Rechnung durch die Lappen gegangen. Deshalb ist es jetzt aus mit „echter Liebe“: Beckers Rechtsanwalt-Kollege verspricht dem Keeper eine „bittere Weihnachtspille“.

Wenn die eine Kuh keine Milch gibt, wird eben die andere gemolken. Am Freitag war Professor Dr. Ernst Fricke aus Landshut vor dem Landgericht Dortmund bei dem Versuch gescheitert, das vermeintliche Vermittlungshonorar Beckers beim BVB einzutreiben. Die Beweislage erschien auch dem Vorsitzenden Richter zu dünn: Becker beruft sich auf eine Besprechung am 23. September 2010 mit Michael Zorc, Hans-Joachim Watzke, Roman Weidenfeller und ihm selbst. Inhalt: Die Verlängerung des Arbeitsvertrages Weidenfellers. Ergebnis: Keines. Im November 2010 wechselt Weidenfeller den Berater; Anfang 2011 unterschreibt er seine dreijährige Verlängerung bei den Schwarz-Gelben. Becker sieht sich als Wegbereiter dieses Vertrages und will dafür kassieren: das „übliche“ Maklerhonorar von zehn Prozent des Jahresbruttogehalts Weidenfellers, und zwar für jedes Vertragsjahr.

Berater will das Geld jetzt von Weidenfeller persönlich

Das Gericht sieht das anders, hat sich tief in das FIFA-Spielervermittlungs-Reglement eingearbeitet und ist sich sicher: Sanktionen bis hin zum Zwangsabstieg würde der BVB in dieser Sache nicht riskieren. Eher ein Berufungsverfahren – denn auch beim gütlichen Einigungsvorschlag von 150 000 Euro („Dann wäre die Kuh vom Eis“) winkt der BVB-Anwalt ab. Der Verein habe die Provision zudem bereits an den neuen Spielerberater von Weidenfeller gezahlt.

Verlängerung für den Kläger gab es nicht – auch weil er ausgerechnet die letzte Verhandlung in diesem Jahr erwischt hatte. Dafür kündigte er an: Statt beim BVB will er sich das Weihnachtsgeld jetzt bei Weidenfeller höchstpersönlich abholen.

 
 

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