Evakuierung rettet hilflosem Hörder das Leben

Es ist die unglaublichste Geschichte der Riesen-Evakuierung von Hörde: Bei der routinemäßigen Kontrolle eines Hauses auf dem Clarenberg hörten Mitarbeiter des Ordnungsamtes plötzlich rätselhafte Klopfzeichen - und retteten einem alten Mann wohl das Leben.

HÖRDE. Der über 70 Jahre alte Mann war nach Informationen des WDR in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Grotestraße gestürzt und wartete bereits seit Tagen auf Hilfe - vergeblich. Er war aus eigener Kraft nicht mehr auf die Beine gekommen.

Zwar rief er um Hilfe, doch seine Nachbarin hörte ihn nicht. Sie ist schwerhörig. So blieb er verletzt liegen - bis am Sonntag Mitarbeiter des Ordnungsamtes vor seiner Tür standen. Denn sein Zuhause lag noch knapp innerhalb des Evakuierungsradius' der 1,5-Tonnen-Luftmine, die in über einem Kilometer Entfernung auf dem Wilo-Gelände an der Nortkirchenstraße entschärft wurde. Die Ordnungsamtler mussten kontrollieren, ob auch tatsächlich alle Wohnungen in der Risiko-Zone leer waren.

Feuerwehr öffnete die Tür

Kraft für Hilferufe hatte der erschöpfte Senior offenbar nicht mehr. Also versuchte er, mit Klopfzeichen auf sich aufmerksam zu machen. Zu seinem Glück hörten das die Ordnungsamtler. Sie ließ die Tür durch die Feuerwehr öffnen und brachte den entkräfteten Mann in ein Krankenhaus.

"Der heutige Tag hat dazu beigetragen, dass wir dieser Person das Leben retten konnten", sagte Ordnungsamt-Abteilungsleiter Michael Self.