Dortmund

Erzieher erklärt: Deshalb ist es richtig, dass Kinder kein Pausenbrot mit in die Kita bringen

Ein Erzieher aus Mönchengladbach erklärt, warum er das Pausenbrot-Verbot für durchaus richtig hält.
Ein Erzieher aus Mönchengladbach erklärt, warum er das Pausenbrot-Verbot für durchaus richtig hält.
Foto: imago/epd (Symbolbild)
  • Drei Kindergärten in Dortmund verhängen Pausenbrot-Verbot ab August
  • Hygiene-Vorschriften sind der Grund
  • Erzieher kann Wirbel nicht nachvollziehen und berichtet aus seinem Alltag

Dortmund. Ab dem 1. August können Kinder in drei Kindergärten der Evangelischen Kirchengemeinde Südwest in Dortmund kein Pausenbrot mehr von zu Hause mitbringen. Ein Missverständnis bei dem kirchlichen Träger sorgte dafür, dass in Zukunft nur noch ein gemeinsames Frühstück und warmes Mittagessen für 60 Euro angeboten wird.

Nach den Hygiene-Vorschriften des Dortmunder Veterinäramts dürften die Kinder weiterhin Pausenbrote mitbringen, diese jedoch nicht beim gemeinsamen Frühstück mit anderen teilen. Bei einer Schulung wurde diese Vorgabe jedoch falsch verstanden. Das sorgte dafür, dass den Kindern nun gänzlich verboten wurde, sich Verpflegung mitzubringen.

Erzieher: „Sicher ist der Grund in Dortmund falsch“

„Sicher ist der Grund in Dortmund falsch“, erklärt Erzieher Stephan Beeskow aus Mönchengladbach. Für ihn hört es sich so an, als ob es etwas Schlimmes wäre, wenn Kinder nicht einmal mehr ihr eigenes Brot mitbringen dürfen.

Doch er erlebe täglich, dass sich diese Regelung vor allem auf die Entwicklung von Kindern auch positiv auswirken könne.

„Ich bin Erzieher in Mönchengladbach und arbeite zur Zeit bei einem kirchlichen Träger“, so Beeskow. „Dort wurde und wird jeweils ein Frühstücksbuffet angeboten. Kosten für die Eltern 5 bis 8 Euro im Monat: Wo kann man so günstig, circa 20 Tage frühstücken?“

Häufig sei die Ernährung der Kinder ungesund: Schlechte Zähne und Übergewicht seien die Folge, schildert der Erzieher aus seinem Arbeitsalltag.

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„Kindergarten der Buffet anbietet, achtet auf gesunde ausgewogene Ernährung“

„Ein Kindergarten der Buffet anbietet, achtet auf gesunde und ausgewogene Ernährung. Die Kinder die Zuhause nie Obst essen, werden von Freunden animiert“, meint Beeskow. Zusätzlich vermeide man Neid: „Das eine Kind bringt Nutella auf dem Brot mit, das andere hat Knäckebrot und Apfelstücke.“

Ausgefallenes Obst, wie Mangos oder Litschis seien außerdem nicht in jedem Haushalt vorhanden und somit eine Neuheit für die Kids.

Facebook-User kritisierten Qualität der Verpflegung

Doch nicht alle sehen die Verpflegung in Kindergärten als Nonplusultra der Ernährung.

So ergeht es auch Leserin Melina N. Denn sie kaufe jeden Tag frisch ein und biete ihren Kindern damit bereits eine ausgewogene Ernährung.

„Da sind die 60 Euro herausgeschmissenes Geld“, spielt sie auf die Kosten für die Vollverpflegung in den Dortmunder Einrichtungen an: „Mag für Familien, die ihr Leben nicht im Griff haben gut sein, aber da geht es einfach wieder darum irgendwie Geld zu machen. Ob die Mahlzeiten dann so toll sind, sei mal dahin gestellt.“

Erzieher: „Kind lernt Selbstständigkeit und damit auch Selbstbewusstsein“

Der Erzieher erachtet das Verbot jedoch auch aus weiteren Gründen als positiv für die Entwicklung von Kindern.

„Das Kind lernt Selbstständigkeit und damit auch Selbstbewusstsein: Denn die Kinder müssen sich ihre Brote ja selbst schmieren.“ Der Mönchengladbacher hoffe mit seinen Erklärungen gute Gründe für das Pausenbrot-Verbot geliefert zu haben.

„Für Erzieher ist das mehr Arbeit, die sich lohnt“, so der Erzieher abschließend.

 
 

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