Erste Regatta auf dem Phoenix-See in Dortmund

Der BMW Sailing Cup 2012 auf dem Dortmunder Phoenixsee.
Der BMW Sailing Cup 2012 auf dem Dortmunder Phoenixsee.
Foto: Rottmann/WR
Leinen los auf dem Phoenix-See: Rund 10.000 Besucher strömten am Wochenende zu einer ganz besonderen Premiere: Beim BMW Sailing Cup waren in Hörde die ersten Segelboote zu sehen – und das bei einer perfekten steifen Brise und Schäfchenwolken am blauen Himmel.

Dortmund. Wannsee, Ostsee, Phoenix-See: Auf dem ehemaligen Industriegelände in Hörde startete am Wochenende die erste Segelregatta in Dortmund. Der BMW Sailing Cup brachte Kielboote mit ihren hohen Segeln auf den Phoenix-See. Er ist Teil der größten Amateur-Segelregatta der Welt.

Ursula und Dieter Nitsche stehen staunend am Ufer. Das Ehepaar kommt häufig aus Schwerte zum Phoenix-See. „Das ist jedes Mal ein bisschen wie Urlaub“, sagt Dieter Nitsche. Früher lebten sie in Hörde. „Wir kennen das hier noch mit dem Schornstein, der immer so gelb geleuchtet hat.“ Sein Vater hat eine Zeit lang in dem Stahlwerk gearbeitet. Der Vater von Ursula war bis zu seiner Rente auf dem Phoenix-Gelände tätig. „Es ist Wahnsinn, was daraus geworden ist.“ Dieter Nitsche segelt selbst seit über 30 Jahren. Dass eines Tages in Dortmund Segelboote um die Wette fahren würden, war für ihn lange unvorstellbar.

Auch Svend Krumnacker ist begeistert. „Das ist ein absolutes Highlight für das ganze Jahr“, sagt der Präsident des Yachtclubs Phoenixsee. Jahrelang habe er sich in Dortmund mit Seglern über das Segeln unterhalten müssen, ohne in seiner Heimatstadt segeln zu können. So fuhr er zum Möhnesee, zum Aasee oder an die Küste, um sein Boot zu besteigen. „Früher wusste niemand, dass es in Dortmund überhaupt Segler gibt.“

Rund 10.000 Besucher

Umso größer ist jetzt seine Freude: Wenn er zuschaut, wie sein Bruder bei der Regatta ein ums andere Mal als Erster ins Ziel rauscht, springt er zwischendurch auf, ballt die Faust und jubelt. „Jetzt können wir den Leuten zeigen, dass es toll aussieht und Spaß macht.“ Laut Veranstalter schauen insgesamt etwa 10 000 Menschen den 45 Seglern der ersten Regatta auf dem Phoenix-See zu. Einige halsbrecherische Manöver sind dabei: Immer wieder schnappt sich der Wind die Segel der kleinen Boote und reißt sie mit. Sie schlagen auf eine Seite, drohen zu kippen. Doch die Besatzung bekommt es jedes Mal in den Griff. Ein paar Segler holen sich einen nassen Po. „Im Prinzip können diese Boote aber fast nicht umkippen“, sagt Segelexperte André Keil, der die Rennen moderiert.

Auf dem Wasser sind dagegen zumeist Amateure oder Laien. Auf jedem Boot sitzen fünf Matrosen und kämpfen gegen die steife Brise. „Das sind optimale Bedingungen, wie man sie sich für das Segeln wünscht.“ Wie an der See.

Für Laien ist der Wind wenig berechenbar. „Man muss das Auge darauf trainieren.“ Auf der Wasseroberfläche zeichne sich ab, aus welcher Richtung der Wind bläst und wann eine Bö komme. „Dann kräuselt sich das Wasser“, erklärt Keil. Svend Krumnacker hofft derweil, den Schwung aus diesem Jahr für eine Wiederholung in 2013 mitnehmen zu können.

 
 

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