Erste Mieterversammlung am Borsigplatz von "2-3 Straßen"

Foto: WNM

Dortmund. Seit einem Monat leben die 31 Mieter des Kulturhauptstadt-Projekts „2-3 Straßen” in 24 Wohnungen nahe des Dortmunder Borsigplatzes - jetzt hat Künstler Jochen Gerz die erste Mieterversammlung einberufen. Dabei ging es um die ersten Eindrücke und Erfahrungen der Neuankömmlinge.

Jeans und Lederschuhe, graue Haare und Wuschelmatte, ordentlicher Block und Wodkaflasche - die Spannbreite menschlichen Seins hat sich versammelt, um mit Jochen Gerz über erste Eindrücke und Probleme zu diskutieren. Angekommen sind sie in der Nordstadt, irgendwie. Und das bedeutet für jeden von ihnen etwas anderes: „Das Zugticket wegschmeißen”, sagt ein junger Mann. „Routine”, wirft ein anderer ein. „Wenn man irgendwo ankommt, bleibt man auch ein bisschen bei sich”, ergänzt Gerz.

Die neuen Mieter haben auch ihre ersten Erfahrungen mit dem Borsigplatz und seiner Umgebung gemacht. „Das ist einer der dunkelsten Plätze der Nordstadt”, findet ein Dortmund-erfahrener Projektteilnehmer. Jugendbanden und Drogendealer hätten die Neuankömmlinge gesehen. Aber einer der Älteren ist überzeugt, dass sich das ändern lässt nach Vorbild des Schanzenviertels in Hamburg. Gerz nickt. „Das ist einer der Gründe, warum wir hier sind.” Mit dem ein Jahr laufenden Projekt „2-3 Straßen” will er in Dortmund, Duisburg und Mülheim soziale Veränderungen bewirken, indem er die Bewohner aktiv mitgestalten lässt. Die alten Mieter einzubeziehen, scheint ihm essentiell. „Sie verhindern, dass du zu sehr bei dir selbst landest”, sagt er. Ob er sein Projekt auch in einem Reichenviertel realisiert hätte wird Gerz gefragt. „Da wäre mir weniger eingefallen.”

Büro am Borsigplatz 9, Mo bis Do, 10 bis 19 Uhr.

 
 

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