Ermittlungen gegen mutmaßlichen Schach-Betrüger laufen

Nach seiner Disqualifikation beim Sparkassen-Open ermittelt auch die Dortmunder Staatsanwaltschaft gegen den Bundesliga-Schachspieler Jens Kotainy. Die Turnierleitung hatte Strafanzeige wegen Betrugs beim Amateur-Schachturnier im Rathaus erstattet.

Dortmund.. Ihre Vermutung: Mit einem Handy in der Hosentasche soll er Informationen über Spielzüge des Schachcomputers Houdini empfangen haben.

Die Polizei hatte das Handy sicherstellen wollen, wurde aber von einem Amtsrichter ausgebremst. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft dagegen Beschwerde beim Landgericht eingelegt, so Oberstaatsanwältin Dr. Barbara Vogelsang. In einem solchen Fall werde in der Regel darüber zügig entschieden.

Kotainy bestreitet Vorwürfe

Ob die Stadt weitere rechtliche Schritte gegen Jens Kotainy einleitet, ist laut Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe zurzeit offen.Kotainy bestreitet die Vorwürfe. Er habe mit seinem Handy nicht betrogen.

Profis lassen Handys draußen

Beim Profi-Turnier gab es eine zusätzliche Sicherung gegen einen möglichen Betrug:Die Liveübertragungen der Schachpartien des Sparkassen-Chess-Meetings wurden mit 15-minütiger Verzögerung ins Internet übertragen.

Schach-Weltstar Wladimir Kramnik ließ gar keine Zweifel aufkommen und gab sein Handy vor jeder Partie ab. Auch am Sonntag wieder vor der entscheidenden Partie im Schauspielhaus gegen Michael Adams, den späteren Sieger des Turniers.

Adams setzt sich gegen Kramnik durch

Der 41-jährige englische Großmeister Adams erzielte 7,0 Punkte aus neun Partien und verwies damit den Russen Kramnik, der 6,5 Punkte holte, auf den zweiten Platz.

In der Schlussrunde trennten Adams und Kramnik sich bereits nach knapp zwei Stunden remis, der Seriensieger von Dortmund Kramnik fand mit Schwarz kein Mittel, um den Engländer zu bezwingen. "Mickey" Adams präsentierte ihm eine Zugwiederholung und war damit am Ziel seiner Wünsche.

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