Ermittlungen gegen 20 BVB-Anhänger nach Köln-Randale

Thomas Thiel
Der Fußball geriet zur Nebensache. Bei einer Massenschlägerei zwischen Hunderten von Hooligans in der Kölner Innenstadt war vor einer Woche ein Mensch lebensgefährlich verletzt worden.
Der Fußball geriet zur Nebensache. Bei einer Massenschlägerei zwischen Hunderten von Hooligans in der Kölner Innenstadt war vor einer Woche ein Mensch lebensgefährlich verletzt worden.
Foto: dpa
Noch mehr Randalierer aus Dortmund: Bei der Massenschlägerei am vergangenen Samstag in Köln waren nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft 20 Anhänger des BVB beteiligt. Noch sind viele Details rund um die Randale mit beinahe tödlichem Ausgang unklar.

Dortmund/köln. Die Kölner Staatsanwaltschaft erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass sie gegen 57 Personen wegen schwerem Landfriedensbruch ermittelt. Darunter befinden sich laut Ulf Willuhn von der Staatsanwaltschaft Köln 20 BVB-Anhänger.

Nach Informationen unserer Redaktion gehören viele Dortmunder der Gruppierung Desperados an. Andere Verdächtige sind Anhänger des FC Schalke und des 1. FC Köln.

Außer Lebensgefahr

Eine 28 Köpfe starke Ermittlergruppe versucht zu klären, wer am Kölner Rudolfplatz einen 40-jährigen Schalke-Fan geschlagen hat. Der Fan stürzte und zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. Inzwischen schwebt er nicht mehr in Lebensgefahr.

Für die Ermittlungen werden unter anderem Handy-Funkzellen und zahlreiche Überwachungskameras ausgewertet sowie über 100 Zeugen befragt. "In diesem Fall gibt es noch keinen Verdächtigen", so Willuhn.

Zu den Ausschreitungen hatten sich gewaltbereite Anhänger der Vereine offenbar gezielt verabredet. Schalke gastierte am Samstag zu einem Testspiel in Köln. Zwischen Kölner und Dortmunder Gruppierungen gibt es freundschaftliche Verbindungen.